Zweig, Stefan: Brief an Richard von Schaukal. Wien, 13.5.1914
[Andere Hand, mit Rotstift:] Zurückerbeten
SZ
VIII. KOCHGASSE
WIEN,
Verehrter Herr Doktor, Ihr Brief
zwingt mich weit auszuholen, um
mich ganz verständlich zu machen.
Um aufrichtig zu sein : ich war selbst
durchaus nicht von dem Plan der Verlaine
Ausgabe begeistert. Ich hatte als Zwanzig
jähriger die meine gemacht, interessiere
mich wenig für diejenigen Deutschen, de-
nen die andern Cultursprachen fremd
sind, glaube wenig an den Wert von
Ubersetzungen (ich selbst habe ausser
Verhaeren, wo es ein Werk, einen Men-
schen nach Deutschland zu stellen galt,
nichts mehr übertragen, so oft man mich
auch ersuchte). Da erzählte mir der
Insel-Verlag, er habe die Rechte erwor-
ben und plane eine grosse Ausgabe –