Zweig, Stefan: Brief an Hans Feigl. Wien, 31.8.1916
SZ
VIII. KOCHGASSE 8
WIEN,
31 .August 1916.
Lieber Herr Feigl !
Ich wollte Ihnen immer schon schreiben
und Sie zu mir bitten ,aber Sie wissen ja ,wie sehr
ich jetzt in meine militärischen Dinge verstrickt
bin . Kaum lässts mich auf der einen Seite los,so
fassts mich auf der andern . Nun muss ich für einige
Zeit .teils dienstlich ,teils privat nach Deutsch -
land und komme wohl erst in der zweiten Hälfte Sep-
tember zurück ,wahrscheinlich neuen Unannehmlich -
keiten in die Arme . Ich bin's also nicht selber, der unver -
lässlich ist ,sondern die Zeit ,die arge,die mich
unverlässlich macht ,und ich hoffe, Sie sind mir
nicht so böse ,wie ich ihr böse bin .
Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr aufrichtig ergebener
Stefan Zweig