SZ
SALZBURG
KAPUZINERBERG 5.
VIII. KOCHGASSE 8
WIEN,
Salzburg, am 17.Februar 1920
Lieber Freund!
Ich habe von Ihnen jetzt einige Zeit nichts gehört
ausser indirekt durch Rainalter, dass durch den Verlust
Ihres Briefes eine gewisse Stockung und Verzögerung in
der bewussten Sache eingetreten ist.
Hoffentlich haben Sie den Vorschlag des Almanachs
noch einmal wiederholt, ich hoffe, dass wir ihn dann hier
durchsetzen könnten, woran uns wie Sie wissen doch sehr-
viel gelegen ist. Von Verus Semper habe ich nichts mehr
gehört, hoffentlich besteht sein Vorschlag, Ihnen die Woh
nung zu überlassen noch unverändert und ebenso Ihre Nei-
gung hierherzukommen. Mit der Verpflegung ist es hier
nicht besser geworden und ich habe sogar ein ziemlich
dunkles Vorgefühl für uns alle, seit ich aus München zu-
rückkehrte wo ich mit Schrecken konstatierte, dass sich
innerhalb sechs Wochen die deutsche Ernährungslage auf
das ungünstigste verändert hat. Statt aufwärts geht es
auch drüben abwärts und wir haben kaum mehr Grund, die
Deutschen als glücklichere Nachbarn zu beneiden.
Haben Sie inzwischen in der Angelegenheit des Manu-
skriptes von Rainalter schon etwas erreichen können?
Mir wäre es eine grosse Freude, könnten Sie diesem jungen
SALZBURG
KAPUZINERBERG 5.
VIII. KOCHGASSE 8
WIEN,
Salzburg, am 17.Februar 1920
Lieber Freund!
Ich habe von Ihnen jetzt einige Zeit nichts gehört
ausser indirekt durch Rainalter, dass durch den Verlust
Ihres Briefes eine gewisse Stockung und Verzögerung in
der bewussten Sache eingetreten ist.
Hoffentlich haben Sie den Vorschlag des Almanachs
noch einmal wiederholt, ich hoffe, dass wir ihn dann hier
durchsetzen könnten, woran uns wie Sie wissen doch sehr-
viel gelegen ist. Von Verus Semper habe ich nichts mehr
gehört, hoffentlich besteht sein Vorschlag, Ihnen die Woh
nung zu überlassen noch unverändert und ebenso Ihre Nei-
gung hierherzukommen. Mit der Verpflegung ist es hier
nicht besser geworden und ich habe sogar ein ziemlich
dunkles Vorgefühl für uns alle, seit ich aus München zu-
rückkehrte wo ich mit Schrecken konstatierte, dass sich
innerhalb sechs Wochen die deutsche Ernährungslage auf
das ungünstigste verändert hat. Statt aufwärts geht es
auch drüben abwärts und wir haben kaum mehr Grund, die
Deutschen als glücklichere Nachbarn zu beneiden.
Haben Sie inzwischen in der Angelegenheit des Manu-
skriptes von Rainalter schon etwas erreichen können?
Mir wäre es eine grosse Freude, könnten Sie diesem jungen