Zweig, Stefan: Brief an Raoul Auernheimer. Salzburg, 6.11.1932
für einige Zeit beiseite lassen und wie-
der versuchen, das aufgehaufte epische
Material wieder vorzunehmen; der Wech-
sel erhält, sagt man, jung und mich
lüstet es nach dieser angenehmen Cur.
Und Ihr Lustspiel? Hoffentlich
kann man es bald sehen! Hier im Theater
leistet Wlach Ausserordentliches, zumin
dest das Wiener Prominentenniveau er-
reichend, nur das Wunder, Geld genug
aus einer verarmten Stadt herauszuholen
kann selbst er nicht leisten. Sie wären
aber verblüfft, was für glänzende Auf-
führungen er zustande bringt: Sie soll-
ten vielleicht doch die Probe machen.
Tausend Dank noch und aller
herzlichste Grüsse Ihres
Stefan Zweig