bens vertrottle. Seien Sie, lieber Freund, darum nachsichtig mit
mir, wenn ich Sie literarisch und menschlich zu vernachlässigen
scheine, aber ich bin jetzt eben so zerfetzt und zerrissen von inne-
rer Spannung, dass ich mich vor mir selber hüten muss. Wäre ich
wenigstens mit meiner Arbeit fertig! Aber auch diese neunpfündi-
ge, neunaktige Eisenkugel schleift mir bei jedem Schritt nach - ich
habe eine so unendliche Sehnsucht nach Freiheit, dass ich glaube,
davon krank werden zu müssen. Aber was hülfe es: ich käme
ins Mannschaftsspital auf den Rennweg! Seien Sie mir also
nicht böse, ich hoffe schon Ihrem Buche in guter Zeit oder in
einer Atempause dieser widerlichen zu begegnen und seien Sie
herzlichst gegrüsst von Ihrem
Stefan Zweig
[links:] Vieles Gute Ihrer lieben Frau!
mir, wenn ich Sie literarisch und menschlich zu vernachlässigen
scheine, aber ich bin jetzt eben so zerfetzt und zerrissen von inne-
rer Spannung, dass ich mich vor mir selber hüten muss. Wäre ich
wenigstens mit meiner Arbeit fertig! Aber auch diese neunpfündi-
ge, neunaktige Eisenkugel schleift mir bei jedem Schritt nach - ich
habe eine so unendliche Sehnsucht nach Freiheit, dass ich glaube,
davon krank werden zu müssen. Aber was hülfe es: ich käme
ins Mannschaftsspital auf den Rennweg! Seien Sie mir also
nicht böse, ich hoffe schon Ihrem Buche in guter Zeit oder in
einer Atempause dieser widerlichen zu begegnen und seien Sie
herzlichst gegrüsst von Ihrem
Stefan Zweig
[links:] Vieles Gute Ihrer lieben Frau!