Lieber Freund, mir ist s leid, dass
ich jetzt so telefonisch unverbind-
lich bin (durch die Einberufung meines
Dieners.) Ich wollte Ihnen nur sagen,
dass ich Ihr heutiges Feuilleton ent-
zückend fand; ein Bijou.. Schade, dass
Sie nicht einmal zusammenfassend
ein Buch über das Lustspiel schreiben,
das französische, das deutsche: es gäbe
etwas ganz Vortreffliches, denn Sie ha-
ben die so seltene Gabe, die wirklich
lustspielhafte Idee auch nacherzählend
zu entwickeln. Grüssen Sie mir Ihre lie-
be Frau, ich grüsse auch Sie aus der Tiefe
meiner versunkenen Privatexistenz! Herz
lichst Ihr
Stefan Zweig
ich jetzt so telefonisch unverbind-
lich bin (durch die Einberufung meines
Dieners.) Ich wollte Ihnen nur sagen,
dass ich Ihr heutiges Feuilleton ent-
zückend fand; ein Bijou.. Schade, dass
Sie nicht einmal zusammenfassend
ein Buch über das Lustspiel schreiben,
das französische, das deutsche: es gäbe
etwas ganz Vortreffliches, denn Sie ha-
ben die so seltene Gabe, die wirklich
lustspielhafte Idee auch nacherzählend
zu entwickeln. Grüssen Sie mir Ihre lie-
be Frau, ich grüsse auch Sie aus der Tiefe
meiner versunkenen Privatexistenz! Herz
lichst Ihr
Stefan Zweig