Hohlbaum, Robert: Brief an Franz von Ginzkey. Wien, 2.2.1928
DR. ROBERT HOHLBAUM
WIEN, IV. GOLDEGGASSE 1 II
TEL. 51-9-01
WIEN, 2. Febr. 1928.
Mein lieber Franz!
Innigsten Dank für all Deine bereitwillige Güte! Heute hat sich
Hanni gelegt, damit die Kette nicht abreißt.
Recht gute herzliche Wünsche für Deine Fahrt, Lorbeer und
Gold wünschen Dir wir Alle.
An Staackmann schreibe ich natürlich erst, wenn ein
prinzipielles Einverständnis der deutschen Buchgemein=
schaft vorliegt. Ein Boykott ist wohl nicht mehr zu fürchten,
sonst müßten Hesse, Wassermann etc. schon boykottiert sein.
Am Aufkommen der Buchgemeinschaften ist nur das
bequem und indolent gewordene verkalkende Sor=
timent schuld. Die Guten ausgenommen, sind diese
„Lichtträger”, wie der famose Paul Burg sie nennt, eine
dunkle Gesellschaft.
In materieller Beziehung ist es für St. und uns nur
ein Vorteil, wenn ein abgespieltes Buch den Aderlaß
der Buchgemeinschaft erhält. Daß 50% der Verlag erhält,
ist selbstverständlich.
Innigste Grüße von uns Allen und
Handkuß an Deine verehrten Damen!
Dein
Robert.