Hohlbaum, Robert: Brief an Franz von Ginzkey. Wien, 23.10.1932
Wien, 23./10. 32.
Mein lieber Franz!
Es tat mir, wie Dir wohl Frau Dr. Stefan übermittelte, sehr
leid, daß Du mich im Amt verfehltest, ich war nur auf
zehn Minuten in einem Nachbarbüreau, zu dumm! Nun
hoffe ich, daß wir bei Deinem Aufenthalt in Wien ausgibig
werden sprechen können, auch über die St.-Sache, die
wirklich einmal eingehend erörtert werden muss, wir
können sonst noch Strobl, Rainalter, der einen sehr
offenen Blick hat, evtl. Schreyvogl zuziehen. Mayer
ist ein zu großer Wirrkopf und Marschall - der übrigens
jetzt in der Universitätsbibliothek Dienst macht, noch
zu jung, obwohl auch er oft sehr gute Ideen in der
Propaganda-Möglichkeit entwickelt.
Das Staackmann-Jahr scheint sich in den Erzeugnissen
diesmal recht gut anzulassen. Das „Reinheit und Gemein=
heit″ von Haas war wohl jedenfalls überflüssig, aber
Renker ist sehr interessant, Rainalter glänzend, und
der Goya Strobls allerbestes Buch. Was kommt von
Dir? Und wann? Auch die Ausstattung der letzterhaltenen
Bücher läßt sich sehen, die der früheren weniger, der