Hohlbaum, Robert: Brief an Franz von Ginzkey. Wien, 27.9.1924
[in Bleistift, von anderer Hand:] Hohlbaum.
Wien 27. Sept. 1924.
Mein lieber, verehrter Franz!
Der Verein für Freunde Deutscher Kunst in Dresden,
dessen Aufforderung zu einem Vorleseabend im Novem=
ber Du wahrscheinlich schon erhalten hast, bittet mich
sein Ersuchen zu unterstützen, was ich hiemit tue.
Mir wäre es eine große Freude und Ehre, wenn Du
Dich entschließen würdest, mich unter Deine literarischen
Fittiche zu nehmen, resp. auf, denn Du bist der
Adler und ich der Zaunkönig, der mit Dir in die
Höhe fliegt. Ich bitte Dich, um baldige Mitteilung darüber,
auch welches Honorar wir verlangen sollen, ich kenne
mich jetzt in der Rentenmarksache nicht mehr aus.
Einer der Veranstalter Dr. Christoph Jobst
Dresden, Stadtbibliothek wandte sich deshalb an mich,
da ich ihn als alten Burschenschafter, Schwiegersohn
Dr. Tittes, von Wien aus kenne, und bat mich, bei Dir
zu vermitteln.
Also bitte, liebster Franz, um ein paar Zeilen!
Handkuß an Stephi und viele Grüße von uns
an Euch! Wann kommt Ihr nach Wien?
Innigste Grüße
Dein
Robert.