Hohlbaum, Robert: Postkarte an Franz von Ginzkey. Wien, 27.6.1929
Wien, 27.6.29.
Mein lieber Franz!
Fast fürchte ich, ich habe Dich durch mein etwas rüdes
Wesen verletzt, wenn dies so ist, verzeih! Ich bin
nur jetzt in einer nervösen Bedrä[n]gnis, in der
mir der Begriff „Geld“ den einzigen Ausweg
gibt. Nachdem G[eli]s an Mandeln und Wucherungen ope=
riert wurde, muß Hanni sich noch im Juli derselben
Sache unterziehen, man weiß kaum mehr, wo einem
der Kopf steht.
Alfred gibt den Musikerroman - den ich vor drei
Tagen beendete - nicht frei, bietet mir Vorschuß an.
Ich danke Dir sehr für Deinen guten Rat.
Innigste Grüße von uns an Euch und
Handkuß von mir Dein
Robert. [mit anderer Hand:] Hohlbaum