Hohlbaum, Robert: Postkarte an Franz von Ginzkey. Wien, 4.2.1928
Wien, 4. 2. 28.
Mein lieber Franz!
Eben lese ich Deinen „Reigen” im Eckart, der wohl
nicht weiß, wie er zu diesem Meisterwerk kommt.
Ich muß spontan meiner Begeisterung Luft ma=
chen, die wir alle teilen (auch Hanni, die erst
Lyrik zu begreifen beginnt, war tief erschüttert.)
Das Gedicht gehört zu den Größten in deutscher
Sprache, ich stelle es in seiner kosmischen schlichten
Tiefe neben die Eichendorff'sche „Mondnacht”.!
Man sollte den Tag, da es entstanden, mit
schönstem Rot im Kalender bezeichnen! „Der Rest ist
Schweigen - vielleicht Gebet”, diese Größe, ich
finde keine Worte!
Dein
Robert.