Wien, XIX/ 1 Billrothstrasse № 6
31.Oktober 1922.
Werter Herr Doktor:
schon seit längerer Zeit pflege ich,aus äussern
und innern Gründen,nicht mehr in Abendgesellschaften zu gehen;wenn
ich dann und wann abends noch ausgehe,geschieht es nur um ein Orches-
terkonzert anzuhören. Ich bitte Sie darum,es mir nicht verübeln zu
wollen,wenn ich Ihrer freundlichen Einladung für nächsten Sonntag
nicht Folge leiste. Dagegen werde ich gern Ihrem Rufe folgen,falls
Sie einmal einen freien Nachmittag haben und ebenso gern Sie zur nach-
mittägigen Zeit einmal bei mir begrüssen. Carry Hausers Aeusserungen
liessen mich glauben,dass wir uns in seinem Heim treffen und kennen
lernen würden oder dass Sie,von ihm begleitet,den Weg in meine Klause
fänden, doch bedarf es natürlich dieser Vermittlung gar nicht,denn
das Wasser ist durchaus nicht so tief und breit,dass wir nicht leicht
und bald zusammenkommen könnten. Ihr in so liebenswürdiger Weise zum
Ausdruck gebrachter Wunsch echot in mir; nicht weil ich mich geschmei-
chelt,sondern weil ich mich erfreut fühle.
Hochachtungsvoll grüssend, Ihr :
Arthur Roessler
31.Oktober 1922.
Werter Herr Doktor:
schon seit längerer Zeit pflege ich,aus äussern
und innern Gründen,nicht mehr in Abendgesellschaften zu gehen;wenn
ich dann und wann abends noch ausgehe,geschieht es nur um ein Orches-
terkonzert anzuhören. Ich bitte Sie darum,es mir nicht verübeln zu
wollen,wenn ich Ihrer freundlichen Einladung für nächsten Sonntag
nicht Folge leiste. Dagegen werde ich gern Ihrem Rufe folgen,falls
Sie einmal einen freien Nachmittag haben und ebenso gern Sie zur nach-
mittägigen Zeit einmal bei mir begrüssen. Carry Hausers Aeusserungen
liessen mich glauben,dass wir uns in seinem Heim treffen und kennen
lernen würden oder dass Sie,von ihm begleitet,den Weg in meine Klause
fänden, doch bedarf es natürlich dieser Vermittlung gar nicht,denn
das Wasser ist durchaus nicht so tief und breit,dass wir nicht leicht
und bald zusammenkommen könnten. Ihr in so liebenswürdiger Weise zum
Ausdruck gebrachter Wunsch echot in mir; nicht weil ich mich geschmei-
chelt,sondern weil ich mich erfreut fühle.
Hochachtungsvoll grüssend, Ihr :
Arthur Roessler