Auernheimer, Raoul: Brief an Franz Karl Ginzkey. o.O., 4.5.1931
antworten u. erbitte mir Ihren
Rat, wie ich die Sache behandeln
soll. Die Novelle - die ich für
alle Fälle beilege - ist ungefähr
18,000-20,000 Worte lang, also
kaum kürzer als Ihr „Kater
Ypsilon”. Von gleichem Umfang,
könnte sie wohl auch in ungefähr
gleicher Ausstattung erscheinen,
wenn St. nicht, was ich nicht
weiß, eine Illustrierte Ausga=
be vorsieht. - Entsteht die Frage:
was kann, was darf ich ver=
langen? Ich möchte nicht unbe=
scheiden sein, aber auch nicht
allzu bescheiden. Wie wär's, wenn
ich St. bäte, mir selbst einen
Vorschlag zu machen, betreff der
Auflagenhöhe u. Vorauszahlung?
- Ich wäre Ihnen, wie gesagt, für
einen freundschaftlichen Wink in
dieser Richtung sehr dankbar u.
bitte Sie, mir die Belästigung
nicht übel zu nehmen. Sie haben
sie nur Ihrer eigenen Liebens=
würdigkeit zuzuschreiben.
Seien Sie herzlich gegrüßt von
Ihrem aufrichtig ergebenen
R. A.
Wenn Sie die Novelle jetzt schon lesen, was ich nicht voraus=
setze, haben Sie die Güte, über einige Unvollkommenheiten
hinwegzusehen.