Malesherbes (Loiret), 11bis. rue Ad. Cochery.
23 Mai 1929.
Sehr geehrter Herr,
wohl bin ich im vergangenen harten Winter zu
verschiedenen Zeiten leidend gewesen; habe aber im Ganzen
tapfer Stand gehalten. Auch erhielt ich im Januar Ihren
werten Brief. Ich persönlich bin, wie immer, geneigt
für den Nobel-Preis Karl Krausens einzutreten. Deshalb
schrieb ich auch schon letztes Jahr nach Königsberg,
wo man den immerhin ehrwürdigen Arno Holz ins
Vordertreffen zu bringen suchte, ich könne mich für
diesmal nicht anschliessen und hätte mich schon
festgelegt für Karl Kraus, insbesondere wegen seinem
beispiellosen Bürgermut, der bei deutschen Schriftstellern
von Rang von jeher eine Seltenheit war.
Aber eine neue Rundfrage bei den französischen
Kollegen konnte ich nicht veranstalten, nachdem
ich Ihnen die Gründe ihrer politischen Weigerung
(in der Anschluss-Frage) auseinandergesetzt hatte.
23 Mai 1929.
Sehr geehrter Herr,
wohl bin ich im vergangenen harten Winter zu
verschiedenen Zeiten leidend gewesen; habe aber im Ganzen
tapfer Stand gehalten. Auch erhielt ich im Januar Ihren
werten Brief. Ich persönlich bin, wie immer, geneigt
für den Nobel-Preis Karl Krausens einzutreten. Deshalb
schrieb ich auch schon letztes Jahr nach Königsberg,
wo man den immerhin ehrwürdigen Arno Holz ins
Vordertreffen zu bringen suchte, ich könne mich für
diesmal nicht anschliessen und hätte mich schon
festgelegt für Karl Kraus, insbesondere wegen seinem
beispiellosen Bürgermut, der bei deutschen Schriftstellern
von Rang von jeher eine Seltenheit war.
Aber eine neue Rundfrage bei den französischen
Kollegen konnte ich nicht veranstalten, nachdem
ich Ihnen die Gründe ihrer politischen Weigerung
(in der Anschluss-Frage) auseinandergesetzt hatte.