30/8. 21 Mein Lieber, dank Dir für Deinen ausführlichen Brief, den ich sehnlichst
erwartete (nach der Korresp. Karte aus Traunkirchen!) und der mir so viel in=
teressanten Aufschluß gab. Ich will ihn der Reihenfolge seines Inhalts nach be=
antworten: Asthma wieder gut, dafür bin ich durch einen Klavierstimmer (besser ge
sagt Orgelbauer), der sich hier herauf verirrt hat und dem ich das Pianino repa=
rieren lasse, so daß es bald einem Instrument ähnlich sehn wird, was es bis jetzt
nicht tut, - in der Arbeit an Wozzeck etwas gehindert. Aber ich hoffe dennoch
damit fertig zu werden, nachdem ich es mir nicht versagen konnte,
Schönberg um eine, 2-3 wöchentl Verlängerung meines Sommerurlaubs zu
bitten u. annehme, daß er sie mir gewähren wird. Ich habe Schönberg genau
den Grund auseinander gelegt: Vollendung des Wozzeks, dessen Komposition ich nun
schon 3 mal unterbrochen habe u. dessen 4. Unterbrechung wieder eine
Hinausschiebung um 1 Jahr bedeutete, Ja vielleicht, mir die Lust an dieser
Arbeit, die in Manchem schon weit hinter mir liegt, ganz nähme.
Und ich sage diesen Grund auch Dir, lieber Freund, der Du ja in manchen
Vereinsangelegenheiten auch auf meine Anwesenheit ab 1. Sept. gerechnet
haben wirst. Aber ich nehme an, daß für den ersten Anprall meine Agenden,
dadurch daß Stein da ist, (seine zentrale Lage, Teleph. etc.) u. Dr. Sachs von
Schönberg in größerem Maß herangezogen wird (Programme, Mitteilungen u. sonstig
administratives) leicht in die andere Arbeit der in Wien anwesenden
Vereinsfunktionäre mit hinein rutscht und so mein Egoismus vor allem Dir
nicht und auch den andern nicht zum Schaden gereicht. Bitte erzähle das
auch dem Stein. Ich weiß daß Ihr zwei mir darob nicht bös sein werdet.
Sollte aber wer anderer sich darüber - sagen wir - „wundern”, so könnte man zu
meiner Rechtfertigung - außer der Erlaubnis Schönbergs [die ich einstweilen ja nur
voraussetze] noch anführen, daß ich - noch lang nach Saison Schluß im Juni d. J.
f. d. Verein diverses zu tun hatte u. bis in den späten Juli hinein
fast täglich ein oder die andere Kleinigkeit zu erledigen hatte: (Am Tag
vor meiner Abreise 25. 7. hatte ich z. Bsp. noch Noten zum Komponisten Braun zu
befördern! Dies nur als Beispiel!] - Übrigens bin ich hier ja brieflich
erreichbar und jederzeit zu Arbeiten bereit, die sich aus der Entfernung erle=
digen lassen. Ich habe auch die einschlägigen Vereinspapiere, die ich nur
gern in meiner - oder Schonbergs u. Eurer Hand weiß -, bei mir u.
kann sie Euch jederzeit schicken. Schließlich habe ich für diese Zeit, die
ich widerrechtlich dem Verein entziehe, da mich weder - wie schon so oft - Krankheit, noch Familienangelegenheiten rechtfertigen, entschieden jedes Honorar abgelehnt. -
Nun bin ich von Deinem Brief sehr abgewichen: Wie schön müssen
die 3 Tage in Traunkirchen gewesen sein!! Daß Du diese Reise ermöglichst hast,
war eine wunderbare Idee von Dir. Hast Du auch Deine glückliche Hand mitgehabt?
erwartete (nach der Korresp. Karte aus Traunkirchen!) und der mir so viel in=
teressanten Aufschluß gab. Ich will ihn der Reihenfolge seines Inhalts nach be=
antworten: Asthma wieder gut, dafür bin ich durch einen Klavierstimmer (besser ge
sagt Orgelbauer), der sich hier herauf verirrt hat und dem ich das Pianino repa=
rieren lasse, so daß es bald einem Instrument ähnlich sehn wird, was es bis jetzt
nicht tut, - in der Arbeit an Wozzeck etwas gehindert. Aber ich hoffe dennoch
damit fertig zu werden, nachdem ich es mir nicht versagen konnte,
Schönberg um eine, 2-3 wöchentl Verlängerung meines Sommerurlaubs zu
bitten u. annehme, daß er sie mir gewähren wird. Ich habe Schönberg genau
den Grund auseinander gelegt: Vollendung des Wozzeks, dessen Komposition ich nun
schon 3 mal unterbrochen habe u. dessen 4. Unterbrechung wieder eine
Hinausschiebung um 1 Jahr bedeutete, Ja vielleicht, mir die Lust an dieser
Arbeit, die in Manchem schon weit hinter mir liegt, ganz nähme.
Und ich sage diesen Grund auch Dir, lieber Freund, der Du ja in manchen
Vereinsangelegenheiten auch auf meine Anwesenheit ab 1. Sept. gerechnet
haben wirst. Aber ich nehme an, daß für den ersten Anprall meine Agenden,
dadurch daß Stein da ist, (seine zentrale Lage, Teleph. etc.) u. Dr. Sachs von
Schönberg in größerem Maß herangezogen wird (Programme, Mitteilungen u. sonstig
administratives) leicht in die andere Arbeit der in Wien anwesenden
Vereinsfunktionäre mit hinein rutscht und so mein Egoismus vor allem Dir
nicht und auch den andern nicht zum Schaden gereicht. Bitte erzähle das
auch dem Stein. Ich weiß daß Ihr zwei mir darob nicht bös sein werdet.
Sollte aber wer anderer sich darüber - sagen wir - „wundern”, so könnte man zu
meiner Rechtfertigung - außer der Erlaubnis Schönbergs [die ich einstweilen ja nur
voraussetze] noch anführen, daß ich - noch lang nach Saison Schluß im Juni d. J.
f. d. Verein diverses zu tun hatte u. bis in den späten Juli hinein
fast täglich ein oder die andere Kleinigkeit zu erledigen hatte: (Am Tag
vor meiner Abreise 25. 7. hatte ich z. Bsp. noch Noten zum Komponisten Braun zu
befördern! Dies nur als Beispiel!] - Übrigens bin ich hier ja brieflich
erreichbar und jederzeit zu Arbeiten bereit, die sich aus der Entfernung erle=
digen lassen. Ich habe auch die einschlägigen Vereinspapiere, die ich nur
gern in meiner - oder Schonbergs u. Eurer Hand weiß -, bei mir u.
kann sie Euch jederzeit schicken. Schließlich habe ich für diese Zeit, die
ich widerrechtlich dem Verein entziehe, da mich weder - wie schon so oft - Krankheit, noch Familienangelegenheiten rechtfertigen, entschieden jedes Honorar abgelehnt. -
Nun bin ich von Deinem Brief sehr abgewichen: Wie schön müssen
die 3 Tage in Traunkirchen gewesen sein!! Daß Du diese Reise ermöglichst hast,
war eine wunderbare Idee von Dir. Hast Du auch Deine glückliche Hand mitgehabt?