Büttner, Erich: Brief an Max Osborn. Berlin, 13.9.1921
Glanzlichter bekommen hatten, nie bedeutend
waren, sind jetzt so schlecht, daß ich doch mich
bemühen will um meine eigene Rettung.
Ich will offen sein, das Thema ist nicht neu, nur
glauben die meisten Menschen nicht, daß mein Ruhm
(aller unser Machwerk!) und ich dies noch variere.
Ich habe in 15 Jahren eine ganze Menge Bilder gemalt
in öffentl. Besitz sind wohl 6 Ölbilder - vielleicht
noch 12 - 15 in Privatbesitz - meist zu sagenhaft niedrigen
Preisen vergangenster Zeit. Meine Bildnisse besitze ich
sämmtlich wie überhaupt Riesenstapell von Meister=
werken in meinem klassischen Vogelbauer von
Wohnung stehen.
Dann habe ich Graphik gemacht = 130 Rad. 150 Litho
also der Kunsthandel kummert sich wenig drum
ich kann schlecht hausieren: also es liegt da.
Gelebt? ja gelebt habe ich immer: gleich über
dem Krepirpunkt, recht billig mit vielen Büchern
und anderen „Genüssen” die nichts gekostet haben
so auf „Geistestausch”.
Und habe meine Werke ernährt indem ich allerlei
kl. graph. Brotarbeit wie es gerade kam und ging.
Und was mir so anflog.
Aber die Zeiten haben sich geändert und die
Veränderung der Lebensgrundlage gibt seine Unruhe
weiter. Es zermürbt.
Am liebsten hatte ich mich auf eine gute Professur
gerettet - aber ich bin weder propagierte Kunsthändler=
mode noch gelte ich als bloss höfliches und
nützliches Bähschaf - Bruno Paul kann keine