- trotz meiner Einäugigkeit - mich
der Arbeiten, die die Herausgabe des Nach-
lasses oder einer neuen Gesamtausgabe
erheischen, annehmen. Was nottut, ist
aber die Bereitwilligkeit des Verlages
Georg Heinr. Müller in München (die
Firma besteht weiter), die Ausgaben
zu veranstalten. Möge also Herr Dr. Ber-
ger in dieser Richtung tätig sein! Alles
andere ergibt sich von selbst. Jetzt, da
die Tage länger werden, läßt sich auch
mehr leisten - in Korrekturgeschäften
u.s.w. Der verflossene Winter mit
seiner Lichtnot ist gottlob überwunden.
Am 9. März soll (5 Uhr nachmitt.)
im Heim der Deutschöst. Schriftstellergenossensch.
eine Gedenkfeier für unsern Dichter statt-
finden - ich soll die Gedenkansprache halten.
Wenn der Verkehr nach Brunn am Geb. in
den Abendstunden nicht so beschwerlich wäre,
würde ich Sie bitten, der Veranstaltung bei-
zuwohnen. Vielleicht aber wird Sie später ein
Bericht ebenso erfreuen. Viele herzl. Grüße
von meiner Frau: Empfehlungen von meinem Sohn,
Handküsse von Ihrem ergeb.
Christel
Christel, Franz: Brief an Hermine Keim. Wien, 2.3.1919