Dankl, Viktor: Brief an Theodor von Sosnosky. Innsbruck, 10.7.1930
diesem Zwecke vor allem der Heimatwehrleitung
bemächtigen. Da dürfte er aber an unserem „Länder-
geist” scheitern, wenn ihm nicht schon früher finanziell
der Atem ausgeht, denn mit seinem Reichtum ist
es nicht so großartig bestellt. Mit seiner Mutter, der
Frau Bundesrätin, hat er sich schon überworfen. Leute,
die Starhemberg genau kennen, sagen, er sei bestimmt
loyal, nur die Sucht, Anhang zu gewinnen, verleite
ihn, sich der populären Schlager wie Deutsch, Jud u.
Ausbeuter zu bedienen.
Die oester.-ung. Verbrüderung beim Kavall.
Abend war immer ein Vorläufer der Reden, die
jüngst in Budapest zwischen Bethlen u. Schober ge-
halten wurden. Die Ungarn sind heute zur Einsicht
gekommen, dass die Feindschaft gegen Wien der größte
Unsinn war, der von ihrem Standpunkt aus gemacht
werden konnte; hoffen wir, dass auch die oester Re-
gierung zur selben Einsicht Ungarn gegenüber kommt.
Wir müssen wirtschaftlich u. politisch zusammengehen,