Neumarkt, 1. April 26.
Villa Schwetter,
Steiermark.
Hochverehrte Frau Gräfin!
Meine Frau und ich wünschen Ihnen und allen Ihren
Lieben recht vergnügte Ostern. Es hat doch den Anschein,
dass dieses Fest im Zeichen des Frühlings gefeiert wer=
den wird. Nach dem endlosen strengen Winter ist es hier
in den letzten Tagen recht warm geworden. Die Felder
und Wiesen werden merklich grün und man sieht auch
allerlei Frühlingsblumen. Wir wollen auch in den näch=
sten Tagen unser Winterquartier abbrechen und in un=
sere Hütte heimkehren. Meiner Frau ist es recht wechselnd
ergangen. Den halben März mußte sie wegen sehr hohen
Fiebers im Bette verbringen. In der letzten Zeit geht es
ihr wieder besser. Vielleicht zeigt sich der gewünschte Erfolg
unseres Winteraufenthaltes erst später.
Dem lieben Herrn Grafen Viktor habe ich anläßlich des Todes=
tages der unvergesslichen Frau Baronin einen Karten=
gruß geschickt, den er vielleicht noch nicht erhalten hat. Seit=
her erfuhr ich durch einen Schriftsteller Otto Erich Deutsch,
dass der Herr Graf in Nizza sein soll. Dieser Herr
Deutsch hat vor etwa 3 Wochen im Neuen Wiener Journal
eine Reihe von Billetten der Frau Baronin Ebner an
die Gräfin Luise Schönfeld veröffentlicht und mir dieses
Villa Schwetter,
Steiermark.
Hochverehrte Frau Gräfin!
Meine Frau und ich wünschen Ihnen und allen Ihren
Lieben recht vergnügte Ostern. Es hat doch den Anschein,
dass dieses Fest im Zeichen des Frühlings gefeiert wer=
den wird. Nach dem endlosen strengen Winter ist es hier
in den letzten Tagen recht warm geworden. Die Felder
und Wiesen werden merklich grün und man sieht auch
allerlei Frühlingsblumen. Wir wollen auch in den näch=
sten Tagen unser Winterquartier abbrechen und in un=
sere Hütte heimkehren. Meiner Frau ist es recht wechselnd
ergangen. Den halben März mußte sie wegen sehr hohen
Fiebers im Bette verbringen. In der letzten Zeit geht es
ihr wieder besser. Vielleicht zeigt sich der gewünschte Erfolg
unseres Winteraufenthaltes erst später.
Dem lieben Herrn Grafen Viktor habe ich anläßlich des Todes=
tages der unvergesslichen Frau Baronin einen Karten=
gruß geschickt, den er vielleicht noch nicht erhalten hat. Seit=
her erfuhr ich durch einen Schriftsteller Otto Erich Deutsch,
dass der Herr Graf in Nizza sein soll. Dieser Herr
Deutsch hat vor etwa 3 Wochen im Neuen Wiener Journal
eine Reihe von Billetten der Frau Baronin Ebner an
die Gräfin Luise Schönfeld veröffentlicht und mir dieses