Eulenberg, Herbert: Brief an Oskar Maurus Fontana. Düsseldorf, 7.12.1933
in der weiland Mozart hungerte, Beethoven sich är=
gerte und Schubert fast erfror?
Wenn ich das Reisegeld erstattet bekäme für die Fahrt
nach Wien und zurück an den Rhein, ich würde in
den nächsten D=Zug klettern, der mich in die Stadt
meiner Träume trüge. Vielleicht können Sie mit
der Wünschelrute, die auch in des Mohren Hand sich
regen und rühren soll, einiges Papiergold für mich
in Wien aus dem harten Pflaster klopfen. Auf daß
ich Schönbrunn wiedersähe und Grinzing und die
Breughel´s und das Griechenbeißl und mit Ihnen
und der Mohrin angesichts Ihrer zahllosen, teils auf=
geschnittenen, teils unaufgeschnittenen Bücher -
hoffentlich gehören meine Stücke zu den ersteren - Wind=
beutel und Schlagobers vertilgen könnte.
Wie zu einem Schutzheiligen wende ich mich an Sie,
edler Mohr, mir die Wallfahrt nach Wien zu ermög=
lichen. Natürlich nur wenn es angeht! Denn auch
Schutzheilige sind nicht allmächtig, wie ich weiß.
[links:] Treulichst grüßt Sie und die Frau an Ihrer Seite
Ihr Herbert Eulenberg.