Berg, Alban: Brief an Anton von Webern. Wien, 10.2.1930
Sonst kommt mir diese 10=tägige Abwesenheit sehr un-
gelegen. 1.weil ich dadurch die Proben zu Deiner Symphoni[e]
versäume (zur Auff.am 24. bin ich bestimmt da). 2. weil
ich auch wegen der Wr.Staatsopernproben zum „W.” gerne
hier wäre. 3. weil ich noch immer nicht wohl bin und
am Liebsten gar nicht aus dem Zimmer gienge.
Und eben wegen dieser Reise habe ich in diesen Tagen
so wahnsinnig viel zu erledigen, daß ich nicht dazu kom-
me Deine Brahms-Partitur näher anzuschauen und . . .
Dir anders als schriftlich Adieu zu sagen. Was ich hie-
mit in aller Herzlichkeit und Treue tue.
Dein Alban
Alles Liebe, auch von meiner Frau, Dir und den Deinen.