Bern, Maximilian: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Berlin, 18.7.1917
verleidete Mary Dietrich gastieren ließ, am
Hof=Burgtheater scheinbar keine Vakanz be=
steht. Bedauert habe ich auch, daß Sie meiner
Bitte, mir zwei Kritiken über Frl. Strunz
zurückzusenden, weil ich kein Doppelstück
von ihnen habe, sich nicht mehr erinnerten.
Die eine rührte aus Dresden her und die an=
dere aus Weimar, wo die unvergleichliche
Künstlerin auch als Individualität hervor=
ragende Menschen wie z.B. Frau Förster=
Nietzsche und Prof. Dr. Oskar Bulle (Gen.Sekr.
der Schillerstiftung), die sie nach dem großen
Erfolg in ihr Haus zogen, geradezu ero=
berte. Ich mache mir heut das Vergnügen,
Ihnen zur Charakteristik meines Schützlings,
der mich wie Frau Konstantin, die mir viel
verdankt, etc. etc. stets "Papa Bern" tituliert,
einen Briefausschnitt zu senden, in dem
Sie, hochgeschätzter Herr Hofrat, in innigem
Zusammenhange mit einer Naturschilde=
rung der Tragödin als Schlußaccord die
aus dem Gedächtnis citierten 4 letzten
Zeilen des herrlichen, tiefsinnigen Gedichts