Bettelheim, Helene: Brief an Richard von Kralik. Wien, 20.8.1933
zu Christi Erlösungswerk, des Menschen Schmerzen auf sich ge=
nommen zu haben. Johannes zeichnet den Heiland bereits auf sei=
nem Erdenweg als den Verklärten! - - Denn Johannes war ein
Dichter u. zwar einer der größten die es je gegeben, - u. ein ächter
Dichter ist ein Seher: wovon sein gigantisches Gemälde der Apo=
kalypse ein erschütterndes Zeugniß ablegt. Kann der Krieg mit
seinen furchtbaren Begleiterscheinungen aufwühlender, gräss=
liger u. mit einer größeren, fast realistischen, ewig gültigen
Wahrhaftigkeit dargestellt werden, als er es durch die apoka=
lyptischen Reiter tat? - - Dieß Bild sollte Volk u. Jugend
besonders eingeprägt werden! - - Haben wir all diese Schrecken
seit 1914 bis zur Stunde nicht genau so erlebt? - Und glei=
cherweise werden uns seine Prophezeihungen, so rätselhaft
sie jetzt erscheinen mögen, dereinst zu voller Klarheit
werden. - - Eine Deutung der „Offenbarung”, eng mit
unserer Zeit verknüpft u. immer mehr in die Gegenwart
hineinwachsend, las ich schon vor einem Jahre, voll stau=
nender Ergriffenheit. Sie steht in den 2 Bänden „Licht”