Bindtner, Josef: Brief an Gustav Gugitz. Wien, 14.8.1917
ist wieder vernünftig geworden u. satt unter
Narren zu wandeln hat er sich wieder an
sein zahnbrecherisches Gewerbe begeben.
Ja, es ist sehr still geworden
in diesen Hundstagen oder "Hundetagen" –
u. im Spinnennetz zappelt ein einsamer
Mensch u. kaut an der Brodrinde, die ihm
das Spinnlein dargereicht zum Labsal seiner
durstigen Seele. Er wird sehr knapp gehalten,
der Großstadtbummler, von den verschiedenen
Teufelinnen, die er sich aufgehalst, u. hätte
gar zu gern einen Genossen seiner Mühsal,
um sich wenigstens wieder einmal weidlich
austoben zu können über das närrische
Gesindel. Sie hätten ihn sicher schon aufgespürt,
wie er in stockdunkler Nacht durch die Straßen
Gersthofs geistert, nachdem er ein friedsames
Ehepaar bei seiner – nein ihrer Gartenpforte
abgesetzt. Aber diesmal kommt er nicht einmal
bis zum Tee u. der trauten Unschlittkerze;
denn die haben elektrisches u. einen Dackel,