Fall ganz roh ausgedrückt: Voltaire > Gottsched > Sonnen-
fels (und Genossen) > Windisch-Bessenyei. (Dasselbe gilt
auch für die Czechen, Rumänen, Serben etc.!) Daher die grosse
Wichtigkeit der österr. Kulturgeschichte für die wissenschaftl.
Erklärung der ungarischen Verhältnisse! Das literarische Leben Wiens
(besonders im 18. Jh.) wird denn auch in unseren einschlägigen Un-
tersuchungen stets sorgfältig berücksichtigt, sowie auch die deutsch-
ungarischen liter. Bestrebungen. Leider fehlt es österreichischerseits
zumeist an den nötigen Vorarbeiten oder aber wird das spezifisch
Österreichische zu wenig herausgearbeitet.
Die deutschöst. Literatur wird im allgemeinen nur als ein
Zweig der deutschen Gesamtliteratur betrachtet und dementspre-
chend unrichtig und ungerecht gewertet. In Wahrheit ist sie ein
ganz eigenes Gewächs, von dem sich im 18. Jh. die ungarische, cze-
chische etc. Literaturen abgezweigt haben. Jedenfalls steht die
ungar. Literatur im 18. Jh. der deutschösterreichischen trotz der sprach-
lichen Verschiedenheit wesentlich näher, als diese der deutschen.
Auch heute noch ißt man, wohnt man, kleidet man sich - in den
gebildeten Kreisen - in Pest wie in Wien, in Klausenburg wie
in Salzburg. Wie gross aber ist der Unterschied zwischen Wien und
fels (und Genossen) > Windisch-Bessenyei. (Dasselbe gilt
auch für die Czechen, Rumänen, Serben etc.!) Daher die grosse
Wichtigkeit der österr. Kulturgeschichte für die wissenschaftl.
Erklärung der ungarischen Verhältnisse! Das literarische Leben Wiens
(besonders im 18. Jh.) wird denn auch in unseren einschlägigen Un-
tersuchungen stets sorgfältig berücksichtigt, sowie auch die deutsch-
ungarischen liter. Bestrebungen. Leider fehlt es österreichischerseits
zumeist an den nötigen Vorarbeiten oder aber wird das spezifisch
Österreichische zu wenig herausgearbeitet.
Die deutschöst. Literatur wird im allgemeinen nur als ein
Zweig der deutschen Gesamtliteratur betrachtet und dementspre-
chend unrichtig und ungerecht gewertet. In Wahrheit ist sie ein
ganz eigenes Gewächs, von dem sich im 18. Jh. die ungarische, cze-
chische etc. Literaturen abgezweigt haben. Jedenfalls steht die
ungar. Literatur im 18. Jh. der deutschösterreichischen trotz der sprach-
lichen Verschiedenheit wesentlich näher, als diese der deutschen.
Auch heute noch ißt man, wohnt man, kleidet man sich - in den
gebildeten Kreisen - in Pest wie in Wien, in Klausenburg wie
in Salzburg. Wie gross aber ist der Unterschied zwischen Wien und