Blittersdorff, Philipp: Brief an Gustav Gugitz. Ottensheim, 17.4.1914
lichen, wird mir eher geraten, aber ob damit Cotta einverstanden, be-
zweifle ich sehr.
Kurzum, - so sehr ich sehnlichst wünschte, wieder eine
Memoirenarbeit zu erhalten, die mir meine viele freie Zeit verkürzen
helfen würde, glaube ich kaum, dass ich mit den Ligneschen Fragments
einen Treffer gemacht habe.
Für Ihre werte und unumwundene Ansicht wäre ich sehr dank-
bar.
Noch etwas ! Von verschiedenen Seiten werde ich gefragt,
warum ich von der "Thürheim" nicht eine billige Ausgabe veranstalten
lasse, 24 Mk. für ein 4 bändiges Werk sei für gewöhnl. Menschen zu
teuer und eine billige, nicht illustr. Ausgabe etwa in 2 starken Bden.
würde grossen Absatz finden. Da die Frage einer Neuauflage der ers-
ten 2 Teile bald an mich treten wird, möchte ich auch diesbzgl. orien-
tiert sein. Ferner wurde mir gesagt, 10 % sei ein Hungerhonorar, das
Hauptgeschäft mache Müller, der doch kaum eine Arbeit bei der Sache
habe. Ich solle mich bei 2. Auflage vorsehen und nicht wieder hin-
einfallen !
Hoffentlich geht es Ihnen andauernd gut. Haben Sie etwas
neues begonnen ? Ist die Pichler noch immer nicht heraus ?
Auf Ihre werten Nachrichten mit Spannung wartend, zeichnet
sich mit besten Grüssen
Ihr sehr ergebener
Blittersdorff
Glauben Sie, daß Müller, resp. Euer Hochwohlgeboren in den "Denkwürdig=
keiten aus Altöst." die Ligne'schen Fragments in französ. Ausgabe heraus=
geben würden?- Meine aber, daß dies Cotta, der doch selbst Verleger, nie
zugeben würde, weil da zu viele etwas verdienen wollten!!