14. 10. 1915
Mein lieber Herr Rößler,
Seit meinem letzten Brief ist vieles in meiner Situation anders
geworden. Ich bin ein braver Knecht u. weniger guter Herr auf
dem weitläufigen Gute meines Vaters geworden, stehe um 5 h auf
u. liege um 8 h schon zu Bette. Mein Vater erlitt einen Unfall
u. die Brüder sind 6 fort. Ich arbeite mit 7 Russen die Äcker u.
fülle die Scheunen u. pflege das Vieh.
Ich rieche wie ein guter Knecht nach allem, nach Milch, Mist, Äpfel
Heu u. Kraut, nach Kälte u. Nässe u. ein jeder Tag malt mir
seinen Verdruß u Freude ins Gesicht.
Mehl u Salzstaub juckt mich u. manchmal der Schweiß der
fröhnenden Arbeit.
Jetzt roden wir einen Berg von Busch u. Stein u. machen
Weide; atzen die jungen Kälber u Schweine u. sparen das
Korn.
Wir haben die Zuchtstiere eingespannt mangels an Pferden, gedüngt,
gepflügt, geeggt gesät. Nun mag das Korn faulen u. sprießen.
Ich habe 2000 kg in den Boden geworfen u. große Hoffnung nicht,
von einem reichen Gewinn. Der Boden ist Wiesengrund u. die
Wärme von kurzer Dauer. Wir hatten fremdes Saatkorn u. großen
Zweifel daran. Schon ist bei uns Winter u. noch steht grüner Weizen
u. Gerste auf den Fluren. Das Vieh hat der Schnee heimgetrieben
von der Alm u der Mangel an guten Pflegern hat die Ernte
von Butter u Käse ernstlich gefährdet.
Der dunkle Morgen ist verdrießlich u bange u. das früher
Dunkeln besorgt mich auch.
Was ist alles ohne die Sonne.
Ich wuchs u. wuchs u köstlich war mir jeder Sonnentag u.
der Herbst bringt mich meiner Gedrücktheit wieder zurück
Seit meinem letzten Brief ist vieles in meiner Situation anders
geworden. Ich bin ein braver Knecht u. weniger guter Herr auf
dem weitläufigen Gute meines Vaters geworden, stehe um 5 h auf
u. liege um 8 h schon zu Bette. Mein Vater erlitt einen Unfall
u. die Brüder sind 6 fort. Ich arbeite mit 7 Russen die Äcker u.
fülle die Scheunen u. pflege das Vieh.
Ich rieche wie ein guter Knecht nach allem, nach Milch, Mist, Äpfel
Heu u. Kraut, nach Kälte u. Nässe u. ein jeder Tag malt mir
seinen Verdruß u Freude ins Gesicht.
Mehl u Salzstaub juckt mich u. manchmal der Schweiß der
fröhnenden Arbeit.
Jetzt roden wir einen Berg von Busch u. Stein u. machen
Weide; atzen die jungen Kälber u Schweine u. sparen das
Korn.
Wir haben die Zuchtstiere eingespannt mangels an Pferden, gedüngt,
gepflügt, geeggt gesät. Nun mag das Korn faulen u. sprießen.
Ich habe 2000 kg in den Boden geworfen u. große Hoffnung nicht,
von einem reichen Gewinn. Der Boden ist Wiesengrund u. die
Wärme von kurzer Dauer. Wir hatten fremdes Saatkorn u. großen
Zweifel daran. Schon ist bei uns Winter u. noch steht grüner Weizen
u. Gerste auf den Fluren. Das Vieh hat der Schnee heimgetrieben
von der Alm u der Mangel an guten Pflegern hat die Ernte
von Butter u Käse ernstlich gefährdet.
Der dunkle Morgen ist verdrießlich u bange u. das früher
Dunkeln besorgt mich auch.
Was ist alles ohne die Sonne.
Ich wuchs u. wuchs u köstlich war mir jeder Sonnentag u.
der Herbst bringt mich meiner Gedrücktheit wieder zurück