Busch, Fritz: Brief an Ernst Krenek. Dresden, 25.3.1924
möchte ich Sie auf den "Palestrina" hinweisen, der ge-
wiss zu den interessantesten und wertvollsten Erschei-
nungen der letzten Jahre gehört und der jetzt nach sei-
ner Wiederaufnahme in unseren Spielplan trotz einer
wirklich ausgezeichneten Aufführung mit ersten Gästen
nur zweimal bei schlechter Kasse gegeben werden konnte.
Wir sind jetzt dabei, unseren Spielplan mit einem
zum Teil erneuten Ensemble wieder aufzubauen und müssen
uns darauf einrichten, dass in allernächster Zeit alle
Reichszuschüsse zur Erhaltung der Sächsischen Staats-
theater wegfallen. Wir können deshalb beim besten Wil-
len jetzt nicht das Risiko eingehen, ein Werk von den
Schwierigkeiten des Ihrigen, das mindestens eine gründ-
liche Vorbereitungszeit von 1/4 Jahr beansprucht, anzu-
nehmen. Ich bitte Sie jedoch, überzeugt zu sein, dass
ich stets daran denken werde, Sie im Spielplan der
Dresdner Staatsoper zu berücksichtigen, sobald sich auch
nur entfernt die Möglichkeit dazu ergibt, und ich wür-
de mich freuen, wenn Sie mich über alle neuen Arbeiten
und Pläne schon im voraus auf dem Laufenden halten
wollten.
Dem Wunsche der Universal-Edition entsprechend
lasse ich gleichzeitig Partitur, Klavierauszug und Text-