Fritsch, Karl Wilhelm: Brief an Leopold W. Rochowanski. Brünn, 3.3.1915
kritisch sind. Wenn mir irgend ein Berufener einen
Fehler angibt, werde ich dankbar sein, aber von Leuten, die
selbst nicht heraus können finde ich so etwas anmaßend &
frech. Habe das der Brücke auch zur Kenntnis gebracht.
~ Ich bitte Sie nun verehrter Herr mir recht bald Mit-
teilung zu machen, was für Leute die Brückengenossen
eigentlich sind. Sie werden vielleicht in der Lage sein, mir
Auskunft zu geben. Am Ende ist es gar irgend so eine
Clique, die sich im Dunkeln zum Schaden jedes anständigen
Schriftstellers herumtreibt? Nun, solchen Herrschaften
könnte oder müßte man sogar das Handwerk legen. Aus-
nützen oder gar prellen muß man sich gerade nicht lassen
& ich möchte nicht gern mit Leuten in Verbindung ge-
bracht werden, die anrüchig sind, aber auch nicht mit
blutigen Dilletanten. Das ist man schließlich seinem Cha-
rakter schuldig. Vielschmierer bin ich nicht & ich veröffentliche
lieber weniger, dafür aber an anständigem Platze. Habe
ich recht? Nehmen Sie mir meine Bitte nicht übel.
Vielen Dank im Voraus !
Mit herzlichstem treudeutschem Gruß Ihr Fritsch
NB Im „Patriot. Extrablatt der wiener Bühnenkünstler No. II hat
Str... wieder etwas zum Kapitel Boykott ausländischer Autoren veröffentlicht
Haben Sie es gelesen & was sagen Sie dazu??