Karl Wilhelm Fritsch
Brünn
Neugasse 126
3. /3. 15.
[Nachtrag, überkopf geschrieben:]
NB. Ich vermute übrigens, daß bei der „Brücke“ irgend jemand mich ver-
leumdet haben muß, da ich mir sonst dessen Benehmen, das vorher überhöflich, ja
bittend war nicht erklären könnte. Da sich ein Herr damit beschäftigt, mir
Schwierigkeiten zu machen & zwar in lausbübischer Weise, so kann es sein, daß er auch dort
seine Pranke hingesteckt hat. Vielleicht erfahren Sie etwas. Ich wäre recht froh, denn
jener Kerl nützt meine
Kränklichkeit weidlich
aus. Vielleicht packe ich ihn
doch mal feste. Als Jurist gehe ich eben auf facta.
Sehr verehrter Herr!
Verzeihen Sie mir, daß ich mit einer Anfrage be-
lästige. Vielleicht können Sie mir Auskunft geben. In
Wien existiert eine Autorenvereinigung „Die Brücke“
(XIV. Mariahilferstr. 206). Diese hat mich schon früher einmal
angegangen, ihr etwas zu senden & zwar zuletzt im Dezember. Da
wünschte sie zu einem am 19. Dezember abzuhaltenden
Vortrage dessen Erträgnis Verwundeten zugewendet werden
soll etwas aus meinen Arbeiten. Nur im Hinblicke auf
den erwähnten Zweck, sowie um nicht ungefällig zu
erscheinen - sonst bin ich prinzipiell gegen sog. Autoren-
vereinigungen - habe ich ein Gedicht & eine Ballade
eingeschickt. Zunächst bekam ich gar keine Antwort. Am
28./12. bestätigte man mir den Empfang, stellte ein
eingehendes Schreiben in Aussicht - ich bekam wieder nichts
˙/
Brünn
Neugasse 126
3. /3. 15.
[Nachtrag, überkopf geschrieben:]
NB. Ich vermute übrigens, daß bei der „Brücke“ irgend jemand mich ver-
leumdet haben muß, da ich mir sonst dessen Benehmen, das vorher überhöflich, ja
bittend war nicht erklären könnte. Da sich ein Herr damit beschäftigt, mir
Schwierigkeiten zu machen & zwar in lausbübischer Weise, so kann es sein, daß er auch dort
seine Pranke hingesteckt hat. Vielleicht erfahren Sie etwas. Ich wäre recht froh, denn
jener Kerl nützt meine
Kränklichkeit weidlich
aus. Vielleicht packe ich ihn
doch mal feste. Als Jurist gehe ich eben auf facta.
Sehr verehrter Herr!
Verzeihen Sie mir, daß ich mit einer Anfrage be-
lästige. Vielleicht können Sie mir Auskunft geben. In
Wien existiert eine Autorenvereinigung „Die Brücke“
(XIV. Mariahilferstr. 206). Diese hat mich schon früher einmal
angegangen, ihr etwas zu senden & zwar zuletzt im Dezember. Da
wünschte sie zu einem am 19. Dezember abzuhaltenden
Vortrage dessen Erträgnis Verwundeten zugewendet werden
soll etwas aus meinen Arbeiten. Nur im Hinblicke auf
den erwähnten Zweck, sowie um nicht ungefällig zu
erscheinen - sonst bin ich prinzipiell gegen sog. Autoren-
vereinigungen - habe ich ein Gedicht & eine Ballade
eingeschickt. Zunächst bekam ich gar keine Antwort. Am
28./12. bestätigte man mir den Empfang, stellte ein
eingehendes Schreiben in Aussicht - ich bekam wieder nichts
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