Fritsch, Karl Wilhelm: Brief an Leopold W. Rochowanski. Brünn, 3.3.1915
Ich urgiere im Jänner höflich, wieder nichts. Das fiel
mir auf. So schrieb ich Ende Feber nochmals. Da
wurde mir endlich geantwortet, daß der Herr,
der die Sache „überhabe“ verreist sei & erst Ende März zurück-
kommen würde. Unterschrieben war ein A. Mautner,
derselbe der jene Karte vom 28./12 gefertigt hatte. Der konnte also unmöglich gleichzeitig verreist sein. Über-
haupt wurden verschiedene Ausflüchte gebraucht, kurz
die Sache erschien mir merkwürdig. Ich replizierte sofort
& wandte mich gleichzeitig an den Schutzverband deutscher
Schriftsteller in Berlin, dessen Mitglied ich bin. Durch dessen
Intervention erhielt ich die beiden Arbeiten heute ohne
Begleitschreiben, so daß ich nicht weiß, was damit geschehen
ist. Heute schrieb den Herrschaften sehr scharf, ich hoffe mit
Recht. ~ Da mir seinerzeit diese Brücke schrieb, daß
sie sich aus Mitgliedern rekrutiere, die „unverdienter-
maßen“ nicht in die Öffentlichkeit gelangen konnte, so
glaube ich den Charakter dieser Autorenvereinigung als
einen Verband von Dilletanten richtig erkannt zu haben.
Mit solchen Verbänden hatte & will ich weiter nichts zu tun
haben, weil ich mich prinzipiell irgend welchen Cliquen
nicht anschließe. Man kommt allein vielleicht lang-