Märchen entgegenzutreten, das sich an eine Mühle (irre ich nicht:
Marienmühle) bei Danzig-Zoppot knüpft. Der Besitzer der Restauration
bei jener Mühle hatte eine Ansichtspostkarte mit einem Texte her-
stellen lassen, nach welchem Josef von Eichendorff 1832, in dem
Jahre, da er als Regierungsrat in Danzig tätig war, in der Mühle
seine zum Volkslied gewordene Verse dichtete:
In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad.
Der Zufall wollte, dass mir ein Danziger Freund auf einer solchen
Karte eine Mitteilung machte und ich in meiner Antwort nebenbei
erwähnte, jenes Lied habe Eichendorff bereits 22 Jahre früher, näm-
lich i.J. 1810 in seiner oberschlesischen Heimat Lubowitz gedich-
tet und in dem von Uhland, Justinus Kerner u.A. herausgegebenen
"Deutschen Dichterwald" in demselben Jahre 1810 abdrucken lassen.
Mein Freund veröffentlichte dies in einer kurzen Notiz in den Dan-
ziger Blättern und erwähnte leider dabei meinen Namen. Daraufhin
erhielt ich einen entrüsteten Brief des Restaurateurs, etwa fol-
genden Inhalts: seine, des Restaurateurs, Quellen gründeten sich auf
alte mündliche Tradition, meine Nachricht über Entstehung des Ge-
dichts und erste Veröffentlichung in der apokryphen (!) Sammlung
Uhlands etc. erschiene ihm höchst zweifelhaft, und er frage, wie es
möglich sei, dass ein ehrenhafter Bürger wie er, der doch seine
Steuern bisher pünktlich bezahlt habe, in seinen Einnahmen geschä -
digt werden solle.
Ob es sich bei der Höldrich-Mühle nicht um ähnlich
dummes Zeug und eine ähnliche geschäftliche Reklame handelt?
Mit aufrichtigen Grüssen
Ihr ergebener
Max Friedlaender
Marienmühle) bei Danzig-Zoppot knüpft. Der Besitzer der Restauration
bei jener Mühle hatte eine Ansichtspostkarte mit einem Texte her-
stellen lassen, nach welchem Josef von Eichendorff 1832, in dem
Jahre, da er als Regierungsrat in Danzig tätig war, in der Mühle
seine zum Volkslied gewordene Verse dichtete:
In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad.
Der Zufall wollte, dass mir ein Danziger Freund auf einer solchen
Karte eine Mitteilung machte und ich in meiner Antwort nebenbei
erwähnte, jenes Lied habe Eichendorff bereits 22 Jahre früher, näm-
lich i.J. 1810 in seiner oberschlesischen Heimat Lubowitz gedich-
tet und in dem von Uhland, Justinus Kerner u.A. herausgegebenen
"Deutschen Dichterwald" in demselben Jahre 1810 abdrucken lassen.
Mein Freund veröffentlichte dies in einer kurzen Notiz in den Dan-
ziger Blättern und erwähnte leider dabei meinen Namen. Daraufhin
erhielt ich einen entrüsteten Brief des Restaurateurs, etwa fol-
genden Inhalts: seine, des Restaurateurs, Quellen gründeten sich auf
alte mündliche Tradition, meine Nachricht über Entstehung des Ge-
dichts und erste Veröffentlichung in der apokryphen (!) Sammlung
Uhlands etc. erschiene ihm höchst zweifelhaft, und er frage, wie es
möglich sei, dass ein ehrenhafter Bürger wie er, der doch seine
Steuern bisher pünktlich bezahlt habe, in seinen Einnahmen geschä -
digt werden solle.
Ob es sich bei der Höldrich-Mühle nicht um ähnlich
dummes Zeug und eine ähnliche geschäftliche Reklame handelt?
Mit aufrichtigen Grüssen
Ihr ergebener
Max Friedlaender