aber diesen Kampf aushalte, weiss ich nicht. — Max reist
im März in die Schweiz zu Vorträgen. Er wollte mich mitneh-
men, aber ich lasse Franz nicht allein. Dazu sind mir die Zu-
stände bei uns zu unsicher, auch herrscht noch die Grippe, und
ausserdem waren wir zu lange getrennt, als das ich nun wie-
der eine Trennung aushielte. Ja, wenn er mit könnte ! Dann
wäre ein Wechsel der Umgebung und neue Eindrücke eine
grosse Wohltat. Aber das ist nicht zu machen. Wir hoffen
etwa am 8. April nach Wien zu fahren, wenn die Möglichkeit
besteht. Momentan ginge es ja nicht, weil nun auch die Fahrt nach
München gesperrt ist. Es wird ja immer schlimmer. —
Franz hat mit wahrer Begeisterung Deine Fremdwortkunde ge-
lesen; ich konnte bisher noch nicht dazu kommen. Soll er sie
zurückschicken? Franz lebt ganz in seinem Studium, kommt täg-
lich begeistert aus den Collegs zurück u. lässt sich nicht allzu-
sehr von dem Jammer der Zeit anfechten. —
Habt Ihr Hold's Bilder bekommen, die ich kürzlich schickte?
Wegen der Macbethübersetzung von Helene ist Max im Begriff, Schritte
zu tun, er fürchtet aber, dass es vergeblich sein wird, denn
das Stück ist mit Wegener auf dem Repertoire u. wird kaum
neu einstudirt. Vielleicht geht es am Schauspielhaus. — Frl. Struntz
ist nicht da gewesen. Wir können Fremden jetzt auch so wenig
bieten. — Was habt Ihr als Grund für Helene Thimig's Schei-
dung gehört. Ich hörte schon im Frühjahr davon, u. zwar in Verbin-
dung mit Reinhardt, wollte es absolut nicht glauben. Gerade bei dieser
herben, spröden Natur schien es mir unmöglich. Und die Ehe war
doch so glücklich! — Nun nochmals alles Gute, möge die kommen-
de Zeit besser werden, als man fürchten muss. Ich schicke Dir ein selbst-
gesticktes Deckchen, was Anderes, auch Bücher, sind ja nicht erlaubt. Sei tausend
Mal umarmt von Deiner getreuen Alice
im März in die Schweiz zu Vorträgen. Er wollte mich mitneh-
men, aber ich lasse Franz nicht allein. Dazu sind mir die Zu-
stände bei uns zu unsicher, auch herrscht noch die Grippe, und
ausserdem waren wir zu lange getrennt, als das ich nun wie-
der eine Trennung aushielte. Ja, wenn er mit könnte ! Dann
wäre ein Wechsel der Umgebung und neue Eindrücke eine
grosse Wohltat. Aber das ist nicht zu machen. Wir hoffen
etwa am 8. April nach Wien zu fahren, wenn die Möglichkeit
besteht. Momentan ginge es ja nicht, weil nun auch die Fahrt nach
München gesperrt ist. Es wird ja immer schlimmer. —
Franz hat mit wahrer Begeisterung Deine Fremdwortkunde ge-
lesen; ich konnte bisher noch nicht dazu kommen. Soll er sie
zurückschicken? Franz lebt ganz in seinem Studium, kommt täg-
lich begeistert aus den Collegs zurück u. lässt sich nicht allzu-
sehr von dem Jammer der Zeit anfechten. —
Habt Ihr Hold's Bilder bekommen, die ich kürzlich schickte?
Wegen der Macbethübersetzung von Helene ist Max im Begriff, Schritte
zu tun, er fürchtet aber, dass es vergeblich sein wird, denn
das Stück ist mit Wegener auf dem Repertoire u. wird kaum
neu einstudirt. Vielleicht geht es am Schauspielhaus. — Frl. Struntz
ist nicht da gewesen. Wir können Fremden jetzt auch so wenig
bieten. — Was habt Ihr als Grund für Helene Thimig's Schei-
dung gehört. Ich hörte schon im Frühjahr davon, u. zwar in Verbin-
dung mit Reinhardt, wollte es absolut nicht glauben. Gerade bei dieser
herben, spröden Natur schien es mir unmöglich. Und die Ehe war
doch so glücklich! — Nun nochmals alles Gute, möge die kommen-
de Zeit besser werden, als man fürchten muss. Ich schicke Dir ein selbst-
gesticktes Deckchen, was Anderes, auch Bücher, sind ja nicht erlaubt. Sei tausend
Mal umarmt von Deiner getreuen Alice