Ich habe Freiherrn von Plener über Sie die gewünschte Auskunft ge-
geben und Sie können sich denken, dass Ihre Charakteristik von
Freundeshand gezeichnet war.
Noch ein Wort über Seton-Watson. Es ist Ihnen bekannt, dass
ich die Abschnitte seines Buches über die südslavische Frage etwa
bis 1880 nach Verdienst anerkenne, die Schilderungen dagegen der
zeitgenössischen Verhältnisse für parteiisch und irreführend er-
klären muss. Ich glaube nicht an die evangelische Unschuld des
Mannes, der die Bombenfabrikationen und Bombenwürfe, die in Belgrad
und Kragujevac ausgesonnen wurden, in seinem Buche teils unterschlägt,
teils als ungefährlich hinstellt. Ich bleibe dabei, dass seine Behaup-
tung, Ährenthal habe die Fälschungen des Wassitsch veranlasst, um den
Erzherzog Franz Ferdinand von der Notwendigkeit der Annexion Bosniens
zu überzeugen, eine erbärmliche Verleumdung ist. In dieser Beurteilung
Seton-Watson´s bin ich durch die Artikel bestärkt, die er in den
letzten Monaten in englischen Blättern veröffentlichte. Hier stellt
er in Abrede, dass Erzherzog Franz Ferdinand das Opfer einer serbi-
schen Verschwörung gewesen ist, sein Mord wäre vielmehr in Wien ge-
plant worden, um ihn zugunsten Anderer aus dem Wege zu räumen. Diese
Niederträchtigkeiten sind auch von Stead in der "Ninetinth Century"
vorgebracht und breitgetreten worden. Ich kenne beide Herren sehr
genau und weiss, dass sie nicht blos Fanatiker sind, welche England
zuliebe Deutschland und unser Vaterland in jeder Weise verleumden
wollen. In ihrem Treiben liegt eine wohlberechnete Absicht, um die
Südslaven dauernd gegen uns aufzupeitschen und ihre Beruhigung durch
die habsburgische Herrschaft zu verhindern. Augenblicklich weilen
Masaryk und Supilo in London und das genannte vierblättrige Kleeblatt
geben und Sie können sich denken, dass Ihre Charakteristik von
Freundeshand gezeichnet war.
Noch ein Wort über Seton-Watson. Es ist Ihnen bekannt, dass
ich die Abschnitte seines Buches über die südslavische Frage etwa
bis 1880 nach Verdienst anerkenne, die Schilderungen dagegen der
zeitgenössischen Verhältnisse für parteiisch und irreführend er-
klären muss. Ich glaube nicht an die evangelische Unschuld des
Mannes, der die Bombenfabrikationen und Bombenwürfe, die in Belgrad
und Kragujevac ausgesonnen wurden, in seinem Buche teils unterschlägt,
teils als ungefährlich hinstellt. Ich bleibe dabei, dass seine Behaup-
tung, Ährenthal habe die Fälschungen des Wassitsch veranlasst, um den
Erzherzog Franz Ferdinand von der Notwendigkeit der Annexion Bosniens
zu überzeugen, eine erbärmliche Verleumdung ist. In dieser Beurteilung
Seton-Watson´s bin ich durch die Artikel bestärkt, die er in den
letzten Monaten in englischen Blättern veröffentlichte. Hier stellt
er in Abrede, dass Erzherzog Franz Ferdinand das Opfer einer serbi-
schen Verschwörung gewesen ist, sein Mord wäre vielmehr in Wien ge-
plant worden, um ihn zugunsten Anderer aus dem Wege zu räumen. Diese
Niederträchtigkeiten sind auch von Stead in der "Ninetinth Century"
vorgebracht und breitgetreten worden. Ich kenne beide Herren sehr
genau und weiss, dass sie nicht blos Fanatiker sind, welche England
zuliebe Deutschland und unser Vaterland in jeder Weise verleumden
wollen. In ihrem Treiben liegt eine wohlberechnete Absicht, um die
Südslaven dauernd gegen uns aufzupeitschen und ihre Beruhigung durch
die habsburgische Herrschaft zu verhindern. Augenblicklich weilen
Masaryk und Supilo in London und das genannte vierblättrige Kleeblatt