Humor kein Witz, keine Komik. Gleichwohl könnte
Humor seinen Ausdruck finden, ohne des Witzes
als objectiver Form zu bedürfen. Dann würde der
Contrast in einer „sehr Anderen Ordnung” gele-
gen sein, die nicht ausdrücklich gestaltet, viel-
mehr in uns vorausgesetzt wird und sich
aus der geistigen Haltung des Humoristen
ergibt. (Siehe Busch; womit nicht gesagt sein
soll, dass es bei ihm keine Witze - und die aller
besten! - gäbe.) Freilich kann diese Idee - wir befin-
den uns auf moralischem Gebiet - „höherer”
aber auch „niederer” Ordnung sein. Ja die
ganze „humorvolle Überlegenheit” kann sich auf
diese stützen, was eine genugsam bekannte Humorig-
keit ergibt. Und dahinter jene fast endemische
Kurzschlüssigkeit zwischen allem und allem,
ohne Wahl und Ziel, hilflose Ausbrüche eines
Verwirrten Lebensgefühls. Zufälle, Einfälle eines
überbürdeten Verstandes, wie denn, Kierkegaard,
„unsere Zeit, die zu dem höchsten gelangt ist,
wie keine andere dem komischen verfallen
ist.” ――
Nun hoffe ich nur, dass Du alles dieses lesen
kannst. Der Brief hat sich etwas verzögert; ich
wollte aber die Sache zu Ende führen, nachdem
ich mich einmal dieser verbissen hatte.
Herzlichst Dein
G. H. Goering.
17.XI.28.
Humor seinen Ausdruck finden, ohne des Witzes
als objectiver Form zu bedürfen. Dann würde der
Contrast in einer „sehr Anderen Ordnung” gele-
gen sein, die nicht ausdrücklich gestaltet, viel-
mehr in uns vorausgesetzt wird und sich
aus der geistigen Haltung des Humoristen
ergibt. (Siehe Busch; womit nicht gesagt sein
soll, dass es bei ihm keine Witze - und die aller
besten! - gäbe.) Freilich kann diese Idee - wir befin-
den uns auf moralischem Gebiet - „höherer”
aber auch „niederer” Ordnung sein. Ja die
ganze „humorvolle Überlegenheit” kann sich auf
diese stützen, was eine genugsam bekannte Humorig-
keit ergibt. Und dahinter jene fast endemische
Kurzschlüssigkeit zwischen allem und allem,
ohne Wahl und Ziel, hilflose Ausbrüche eines
Verwirrten Lebensgefühls. Zufälle, Einfälle eines
überbürdeten Verstandes, wie denn, Kierkegaard,
„unsere Zeit, die zu dem höchsten gelangt ist,
wie keine andere dem komischen verfallen
ist.” ――
Nun hoffe ich nur, dass Du alles dieses lesen
kannst. Der Brief hat sich etwas verzögert; ich
wollte aber die Sache zu Ende führen, nachdem
ich mich einmal dieser verbissen hatte.
Herzlichst Dein
G. H. Goering.
17.XI.28.