Giesl von Gieslingen, Wladimir: Telegramm an Kaiser Franz Joseph. Semlin, 25.7.1914
G. d. K. Wladimir Bn Giesl, a. o. Gesandter a. D.
Salzburg, Giselakai 57. - am 30./IX. 34.
Euer Hochwohlgeboren,
Zeilen vom 28. lm. habe ich erhalten, und bin gerne bereit
Ihrem Ansuchen zu entsprechen:
Das fragliche Telegramm, dessen Faksimile ich auch in
illustrierten Zeitungen gesehen habe, halte ich für
autentisch, Ortsangabe (Zemun = Semlin) und die Zeit
7h 30' Nachmittags, stimmen, ebenso wie die Textworte,
welche mir in Erinnerung geblieben sind. - Die Konzepte zu
diesen Telegrammen müßten sich im Archive des
Ministerium des Äußeren befinden. - Das die, da=
mals in Semlin aufgegebenen 3 gleichlautenden
Telegramme "in claris" und nicht in Chiffren abgefasst
wurden, erklärt sich zwangsläufig aus den vorher=
gegangenen Ereignissen: -
Ich hatte Befehl, wenn ich durch die Haltung der
serbischen Regierung zum Abbruche der diplomatischen
Beziehungen und zur Abreise am 25. Juli 1914
gezwungen würde, Belgrad mit dem Perso=
nale der Gesandtschaft mit dem Eilzuge um
6h 30' Nachmittags zu verlassen. -
Minister-Präsident Pasić betrat erst 5'
vor 6h Nachmittag mein Arbeitszimmer. - Wenn
die Aussprache mit demselben auch nur wenige
Minuten währte, waren nach seinem Weg=
gange noch eine Reihe von Angelegenheiten