Giesl von Gieslingen, Wladimir: Telegramm an Kaiser Franz Joseph. Semlin, 25.7.1914
zu erledigen, die, wenn auch für alle Fälle vorbereitet,
dennoch Zeit beanspruchten.
Ich mußte unsere Forderungen mit der serbischen
Antwort Punkt für Punkt vergleichen, und erst als
ich konstatiert hatte, daß die serbische Antwortnote
in keiner Weise unseren Forderungen entsprach, konnte
ich die Weisung zur Abreise geben. Früher mußte
aber noch die kgl. serbische Regierung von meiner
Entschließung verständigt, - die kaiserl. deutsche
Gesandtschaft um die Uebernahme unserer Interessen
ersucht, die oesterr. ung. Konsulate vom Abbruche
der Beziehungen verständigt und die (sogenannten
"Kleinen") Chiffren, verbrannt werden. - Die
"großen" Chiffren und das Geheim-Archiv waren
schon 2 Tage früher nach Semlin gebracht
worden. -
Alle diese Ausfertigungen waren, - für
alle möglichen Fälle vorbereitet, - es wurde
aber 6h 30' ehe wir, obwohl das Personal
und die Familien, ebenso wie ein paar
Fiaker in der Gesandtschaft seit dem Vor=
tage konsigniert waren, die Gesandtschaft
verlassen konnten. -
Der Eilzug verließ Belgrad erst nach
7h; während der Fahrt über die große Eisen=
bahnbrücke konzipierte ich die 3 Telegramme.
|: an die Militär-Kanzlei S. M.-, das Ministerium
des Äußeren und das Ministerratspräsidium
in Budapest :| welche nach der Ankunft in