GEH. REGIERUNGSRAT
PROFESSOR DR. LUDWIG GEIGER
BERLIN, DEN............19
W. 50, SCHAPERSTR. 8.
II.
die Rote-Kreuz-Medaille erhalten.
Was mich betrifft, so bin ich ziemlich fleissig. Ich habe
in der letzten Zeit einen Aufsatz "Briefe von David Veit" für eine
Festschrift von Martin Philippson fertig gemacht, Einleitung zu
einem Neudruck der Selbstbiographie des Major Burg geschrieben und
zahlreiche Aufsätze für meine Zeitung. Sehr beschäftigt hat mich
und beschäftigt mich noch der im November erschienene grosse Katalog
der Lessing'schen Handschriftensammlung. Ich habe darüber einen
grossen Aufsatz für meine Zeitung geschrieben (Judaica') einen anderen
grossen Aufsatz für "Nord und Süd" über die allgemein literarische
Bedeut ng, und b n dabei eine grosse Abhandlung, 3 1/2 Druckbogen fer-
tigzustellen: Briefe von, an und über Mendelssohn, für das nächste
Jahrbuch für Literatur und Geschichte der Juden, und einen andern,
gleichfalls ziemlich umfangreichen Aufsatz für die kleinen Schriften
unserer Gesellschaft für Theatergeschichte. Daneben bereite ich mein
neues Buch: Deutsche Kriege und deutsche Dichtung, vor. Für die
Judenzeitung habe ich über die neuen Romane von Georg Hermann, "Hein-
ri h schön jun." und "Doris Wittner", ein Heineroman, geschrieben;
Du wirst alle diese Dinge ken en lernen, sobald sie erscheinen. Ich
fühle ich im allgeme nen wohl und arbeitsfrisch und halte mich trotz
mei er Jahre noch keineswegs für ein "alt Männlein".
So suche ich durch mancherlei Tätigkeit, denn ich habe
auch vielerlei Sitzungen, d e schwere Zeit zu überwinden, hoffe mit
unzähligen Andern auf baldigen Frieden, muss mir aber leider, wie so-
PROFESSOR DR. LUDWIG GEIGER
BERLIN, DEN............19
W. 50, SCHAPERSTR. 8.
II.
die Rote-Kreuz-Medaille erhalten.
Was mich betrifft, so bin ich ziemlich fleissig. Ich habe
in der letzten Zeit einen Aufsatz "Briefe von David Veit" für eine
Festschrift von Martin Philippson fertig gemacht, Einleitung zu
einem Neudruck der Selbstbiographie des Major Burg geschrieben und
zahlreiche Aufsätze für meine Zeitung. Sehr beschäftigt hat mich
und beschäftigt mich noch der im November erschienene grosse Katalog
der Lessing'schen Handschriftensammlung. Ich habe darüber einen
grossen Aufsatz für meine Zeitung geschrieben (Judaica') einen anderen
grossen Aufsatz für "Nord und Süd" über die allgemein literarische
Bedeut ng, und b n dabei eine grosse Abhandlung, 3 1/2 Druckbogen fer-
tigzustellen: Briefe von, an und über Mendelssohn, für das nächste
Jahrbuch für Literatur und Geschichte der Juden, und einen andern,
gleichfalls ziemlich umfangreichen Aufsatz für die kleinen Schriften
unserer Gesellschaft für Theatergeschichte. Daneben bereite ich mein
neues Buch: Deutsche Kriege und deutsche Dichtung, vor. Für die
Judenzeitung habe ich über die neuen Romane von Georg Hermann, "Hein-
ri h schön jun." und "Doris Wittner", ein Heineroman, geschrieben;
Du wirst alle diese Dinge ken en lernen, sobald sie erscheinen. Ich
fühle ich im allgeme nen wohl und arbeitsfrisch und halte mich trotz
mei er Jahre noch keineswegs für ein "alt Männlein".
So suche ich durch mancherlei Tätigkeit, denn ich habe
auch vielerlei Sitzungen, d e schwere Zeit zu überwinden, hoffe mit
unzähligen Andern auf baldigen Frieden, muss mir aber leider, wie so-