Grunewald, 10/7 14
Hochgeehrter Herr, ich bin dankbar für Ihren liebenswürdigen
Brief. Sie dürfen gewiß sein, daß Sie in mir einen (gewiß nicht immer
fachverständigen, doch immer) ernsthaft aufhorchenden Leser haben,
der Ihr W[oll]en und Ihr Können ungemein hoch schätzt und den Ton, den
einen, fast immer vermißten, herauszuhören glaubt.
Auch darüber bin ich nun froh: daß diese Antipathie Sie mir ferne
hielt. Ich bin bei diesen so freundlich gemeinten Festen immer so
genirt, so (wirklich) schüchtern, daß ich Alles falsch mache u gerade
mit den Menschen, an denen mir läge, nicht ins Gespräch
komme. Und da ich, ein arg Belasteter, stets nur „Redens
halber“ nach Wien komme, morgens eintreffe, mich den Tag
über abängstige, abends ohne alle Vorbereitung (die ich
nicht „kann“) schwatze, so vermag ich nie, einen
Menschen aufzusuchen. So kams. Und ich bedaure
Hochgeehrter Herr, ich bin dankbar für Ihren liebenswürdigen
Brief. Sie dürfen gewiß sein, daß Sie in mir einen (gewiß nicht immer
fachverständigen, doch immer) ernsthaft aufhorchenden Leser haben,
der Ihr W[oll]en und Ihr Können ungemein hoch schätzt und den Ton, den
einen, fast immer vermißten, herauszuhören glaubt.
Auch darüber bin ich nun froh: daß diese Antipathie Sie mir ferne
hielt. Ich bin bei diesen so freundlich gemeinten Festen immer so
genirt, so (wirklich) schüchtern, daß ich Alles falsch mache u gerade
mit den Menschen, an denen mir läge, nicht ins Gespräch
komme. Und da ich, ein arg Belasteter, stets nur „Redens
halber“ nach Wien komme, morgens eintreffe, mich den Tag
über abängstige, abends ohne alle Vorbereitung (die ich
nicht „kann“) schwatze, so vermag ich nie, einen
Menschen aufzusuchen. So kams. Und ich bedaure