Hegenbart, Fritz: Brief an Grete ... München, 21.9.1929
München, 21/9 29
Liebe Grete.
Else wird dir ja geschrieben haben daß
ich in Arbeit bin und nicht dazu ge=
kommen bin dir für deine Geburtstags
wünsche und die Geschenke so wie es sich
gebührte gleich zu danken. Es war
wirklich nicht möglich, denn außer dem
Portrait kam d. h. telefonierte Feller
wegen den zwei Arbeiten für die
Firma Linke u. Hofmann in Breslau,
die ich nun auch noch
machen muß. Alle diese Sachen sollen in
diesen Tagen fertig sein. Ich saß die
letzten Tage am Arbeitstisch, am Telefon
und im Auto. Es ist gut daß meine
Meinung über die Kunst von jenem ob=
jektiven kühlen Standpunkt aus gefaßt
ist den einzunehmen ich früher nie für
möglich hielt.
Die Penthesilea war ja instinktiv
die letzte Auß[e]rung meiner bild. Kunst, sie
mußte so enden als Ausdruck der
Raserei, die Zeichnungen vorher führten
zu dieser Schlußarbeit. Die Fortsetzung
sollte der Film werden. Es war das
der logisch richtige Weg den ich ganz
absichts los instinktiv gegangen bin.
Daß er mit Compromissen begonnen
hat, nun ja das war die ganz richtige
Folge davon daß meine Bild-Kunst mit
Compromissen geendet hat, denn die
Arbeiten der letzten Jahre waren ja
ja auch nur Verkaufs arbeiten, Plakate
Reklamebücheln, Packungen und jetzt