Hauser, Otto: Brief an Anton Bettelheim. Wien, 19.3.1915
gelingen, die Zeit durchzuhalten. Und
dauert der Krieg bis in den Herbst, so
lässt sich vielleicht wieder von Weimar
etwas erlangen. Ich habe noch immer keine
Möglichkeit, etwas zu verdienen. Alle
Versuche schlugen fehl. Ein fertiger Roman
lässt sich nicht unterbringen. Es ist eine
furchtbare Zeit für die „freien“ Berufe. Und
nach dem Krieg? Festigt sich die chauvinisti=
sche Stimmung, so werde ich so gut wie
ganz ausgeschaltet sein; meine Sammlung
„Aus fremden Gärten”, worauf ich so viele
Hoffnung setzen durfte, liegt dann völlig
brach. Ich mache mich darauf gefasst, die
Literatur aufzugeben und irgendetwas anderes
zu ergreifen, damit ich wenigstens das Leben
friste. Alle rastlose Arbeit war vergeblich.
Das Volk, für das ich gearbeitet habe,