Hensel, Paul: Brief an Margarete Jodl. Erlangen, 30.10.1920
Erlangen 30 Oktober 1920.
Sehr verehrte gnädige Frau!
S e werden mich schon längst für einen g pnzlich undankbaren Men chen er
klärt habenweil ich die liebenswprdige Zusenund Ihres schönenBuchs über
das Lebenun das Wirken ihres lieben Mannes noch immer nicht beantwortet
hatte aber ichwollte Ihnen nicht nur danken sondernIhnen auch zeigen das
ichdie schöne Gabe mit ei gem Verstündnis gelesenhötte und das war mi
eingen Schwirgekeiten ve bunden dieichnicht voaus gesehen hatte.Anfang
dieses Jahres musste ich eine sehr chwere Grippe durchmachen die mich
über alle Erwartung stark mitnahme und es notendig machte dassicheine n
längerenUrlaub nahm den ichnunaldrdingsunter den günstigsten Veehältnisen
nämlichim gastlichenHause meines Schwagers zu Wengen inder Schwiz zubrin
gen durfte ,aber es blieb sdochimernoch ein Rückstand von Herzschwäche
dersehr sorgsam und mit Schonungbehandelt seinwpollte und der mich verhi
sderete mehr zu leisten als das Semester dringend a forderte.Alsich dann
den beiliegenden Artikel geschrieben hatte blieb er ausergewöhnli ch lange
bei der Frakfutter Zeitungliegenund ich erhieltihn zuletzt als ungeeigne
für die Zeitung zurück.Da war nun guter Rat teuer und ich ex de loss mie
zuletzt ihn andie S ddeutschen Monathelfte zushicken dieihnzwar auchnic
nahmen aber ihn bei der Münchner neuesten Nachrichten einshickten die se
sich auch soglech bereit erklärten hierzu nehmen und so kam denn endlich
deer gedruckte Dank fpr Ihr schönes Buch zu standeundich nunmehr endlich
inder Lange ihn Ihnen zuzusenden.Nehmen Sie ihn freunlichan.Ich hoffe das
die warme Bewunerung die ich immer fpr Ihren lieben Manngehab thabe trotz
aler Meinungsvershi enheiten auf öpolitischem w e auf wisensch ftlichem
Gebiet auch aus disemArtikel kenntlichgenug zu Tage tritt um Sie über
das Viele das mich mit Ihm verband das Trennende nicht störend einwirkn
zu lassen.Es ist garnichtmeine Art,dass ichnur zu denPhilop hen ein Ver-
hältnis habe zdiezu mein r "Schule "gehören.Fast das Getenteil ist der
Fall.Wennich darandenke war mir Fechner un Hqrtmann Feuerbach und Ihre
lieberMannbedeuten dann möchte ich fast sagen,dass mich eine Getensätzi
lichkeit der Prinzipienungleich mehr anzieht als eine Uebereins timmug,