Holz, Arno: Brief an den Avalun Verlag. Berlin, 15.4.1921
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veröffentlichten Arbeit gäbe.
Sie schreiben mir über die „Genesis der Verlagsübernahme und
Drucklegung” meiner Schrift:
„Ich habe, dazu getrieben von meinem Verlangen zu helfen, die
Buchausgabe Ihrer drei Aufsätze bei Ihnen angeregt und Sie haben
die Anregung ohne zu zögern freundlich aufgenommen. Der Verlag,
dem ich sodann den Vorschlag der Buchpublikation machte, lehnte ab
mit der Begründung, daß es sich dabei um erst kürzlich in einer
Zeitschrift veröffentlichte Aufsätze handle.”
Es ist mir äußerst peinlich, Sie heute daran erinnern zu müssen,
aber Ihre liebenswürdige Antwort an mich, datiert vom 30. IX.,
hatte damals gelautet:
„Ich freue mich unbändig, daß Sie zu meinem Vorschlag der
Herausgabe Ihrer 3 Aufsätze in Buchform ‚ja’= sagen! . . . Ich habe
sofort mit Herrn Brüll gesprochen. Er ist damit einverstanden,
das Buch als ‚Avalun = 1000Druck’ in guter Form herauszubringen.”
Wie soll ich damit Ihre jetzt nachträgliche ganz anders lau=
tende Darstellung jenes Sachverhalts reimen, und wie die damit
konform gehende Behauptung von Herrn Julius Brüll, mir von
diesem mitgeteilt unterm 18. XI:
„Als mir Herr Rößler vorschlug, Ihre ‚Befreite Wortkunst’ zu
verlegen, konnte ich mich hierzu nicht entschließen und verwies
darauf, daß die Arbeit bereits in der ‚Zeitschrift für Bücherfreunde’
erschienen ist. Erst als Herr Rößler mir Ihre briefliche Mitteilung
vorlegte, wonach Sie auf dem Standpunkt stehen, daß die Arbeit
als ganz neues Buch wirken würde, weil der Aufsatz in der
‚Zeitschrift für Bücherfreunde’ unbeachtet blieb, habe ich mich zum
Verlage entschlossen”?? - -