in der Sie den Stoffkreis erleben und wie sich Ihnen die Gestalten
zeigen; ich gestehe gerne, dass ich das sehr originell fand, ohne
dabei den üblen Nachgeschmack falscher Originalitätssucht zu
empfinden: nein, grosses-persönliches Erleben und Durchempfinden
glaube ich hinter All dem zu spüren, ich sah, wie alles Gedankliche,
alles Problemhafte bei Ihnen zur Gestaltung zu kommen suchte -
ich nehme allerdings dabei an, nicht fehlzugehen, wenn ich be-
haupte, dass nicht alles Form geworden ist, nicht alles "Drama"
wurde. Und damit komme ich vom Standpunkt des Stückmässigen
und des Theaters zum Generaleinwand, der sich wohlgemerkt weder
auf Gestalten noch auf Gedankliches bezieht, sondern nur das
rein Bühnenmässige, Theaterhafte ins Auge fasst:
Ihre Arbeiten stellen sehr interessante Geisteswerte dar,
verfehlen aber auf dem Theater ohne Zweifel in der vorliegenden
Fassung aber auch jede Wirkung. Ich glaube, lieber Herr
Wurm, ich glaube mit Herrn Thomas Mann an Ihre besondere
schriftstellerische Befähigung und gerade dieser Glaube
zwingt zu schrankenloser Offenheit und dieser Ausführlichkeit.
Das sind keine Theaterstücke, das sind tiefe, tieferlebte Gedanken-
bauten, denn der Grundeinfall, das Motiv Ihrer Stücke
ist primär intellektuell - geistig und nicht dramatisch -
theatralisch, letzteres Eigenschaftswort im höchsten Sinne
verstanden. Was Sie interessiert, ist das persönlich zugeschnittene
Problem, seine geistige Abwandlung, die Sie sozusagen mit
verteilten Rollen durchführen: das ist noch kein Bühnen-
stück. Ihre Sprache ist von aussergewöhnlicher, oft ergreifender
Dichte: ausgezeichnet, aber was sie ausdrückt, ist abstrakt,
zeigen; ich gestehe gerne, dass ich das sehr originell fand, ohne
dabei den üblen Nachgeschmack falscher Originalitätssucht zu
empfinden: nein, grosses-persönliches Erleben und Durchempfinden
glaube ich hinter All dem zu spüren, ich sah, wie alles Gedankliche,
alles Problemhafte bei Ihnen zur Gestaltung zu kommen suchte -
ich nehme allerdings dabei an, nicht fehlzugehen, wenn ich be-
haupte, dass nicht alles Form geworden ist, nicht alles "Drama"
wurde. Und damit komme ich vom Standpunkt des Stückmässigen
und des Theaters zum Generaleinwand, der sich wohlgemerkt weder
auf Gestalten noch auf Gedankliches bezieht, sondern nur das
rein Bühnenmässige, Theaterhafte ins Auge fasst:
Ihre Arbeiten stellen sehr interessante Geisteswerte dar,
verfehlen aber auf dem Theater ohne Zweifel in der vorliegenden
Fassung aber auch jede Wirkung. Ich glaube, lieber Herr
Wurm, ich glaube mit Herrn Thomas Mann an Ihre besondere
schriftstellerische Befähigung und gerade dieser Glaube
zwingt zu schrankenloser Offenheit und dieser Ausführlichkeit.
Das sind keine Theaterstücke, das sind tiefe, tieferlebte Gedanken-
bauten, denn der Grundeinfall, das Motiv Ihrer Stücke
ist primär intellektuell - geistig und nicht dramatisch -
theatralisch, letzteres Eigenschaftswort im höchsten Sinne
verstanden. Was Sie interessiert, ist das persönlich zugeschnittene
Problem, seine geistige Abwandlung, die Sie sozusagen mit
verteilten Rollen durchführen: das ist noch kein Bühnen-
stück. Ihre Sprache ist von aussergewöhnlicher, oft ergreifender
Dichte: ausgezeichnet, aber was sie ausdrückt, ist abstrakt,