Hugelmann, Karl: Brief an Richard von Kralik. Wien, 9.2.1920
immer noch möglichen Wendung vorzugreifen .
Ich hoffe , Herr Doktor werden es mir nicht übelnehmen ,
dass selbst die Tatsache , dass der Artikel aus Ihrer Feder stammen würde ,
mich nicht veranlassen kann ,meinen Entschluss zu ändern und bitte Herrn
Doktor recht sehr , uns bei einer anderen Gelegenheit die Ehre Ihrer Mitarbeit
nich verweigern zu wollen .
Ueber die freundliche Einladung zu den Sonntagen habe ich
mich ausserordentlich gefreut . Leider wird es mir jedoch , solange sich die
Verkehrs-Verhältnisse nicht ändern wohl nicht möglich sein. Da Sonntags keine Züge ver-
kehren , ist das Verweilen in Wien immer mit grossen Scwhierigkeiten ver -
bunden , abgesehen davon , dass ich die ganze Woche ausserordentlich
stark belastet und eigentlich nie zu Hause bin . Sobald ich es irgendwie
möglich machen kann , werde ich mir erlauben , auf die freundliche Aufforde-
rung zurückzukommen , da mir ja die Sonntage in Ihrem Haus besonders lieb-
geworden sind . Mit der Bitte, der gnädigen Frau Gemahlin meinen ehrerbietigen
Handkuß zu entrichten, und mit dem Ausdruck steter Verehrung bin ich
Herrn Doktor ergebenster
D Karl Hugelmann