Tagen meinte ich aber, etwas tun zu müssen,
um Karl Kraus zu beweisen, daß in einem
Kreis seiner Hörer der heiße Wunsch lebt, sich zu ihm
zu bekennen um jeden Preis ohne jede Rücksicht auf
persönliche Unbill oder leibliche Gefahr, die auch wir
verachten. Aber nichts, was ich hätte tun können,
schien mir gut genug, nichts seiner Zustimmung oder
nachträglichen Billigung sicher. Und es nicht
wagend, gegen seinen so oft geäußerten Wunsch
seine Ruhe zu stören und ihn um eine Unterredung
zu bitten, habe ich wieder nichts getan und leide
bitter darunter.
Nun werden Sie begreifen, warum mich die
Frage des Verlags der Fackel, die mich am Tag vor
unserem Telephongespräch erreichte, ob ich einer
Veröffentlichung meines Briefes zustimmen würde,
geradezu glücklich machte und wie gern ich diese
Zustimmung gab. Und auch, wie froh mich mitten
in meinem Schmerz über die Herrn Karl Kraus
durch einen Träger meines Namens widerfahrene
Beschimpfung Ihre Mitteilung machte, daß mein
Brief Herrn Karl Kraus erfreut habe.
Mein Wunsch, endlich die Masse der Schweigenden
zu verlassen, ist stärker als je. Nicht Rücksichten
des Berufes, des Besitzes, der Freiheit und Ruhe oder des
Lebens binden mich, nur ganz allein die Sorge,
nicht etwas zu tun, was nicht die Billigung des
Herrn Karl Kraus finden würde. Ich wäre Ihnen
dankbar, sehr geehrter Herr Dr., wenn Sie dies Herrn
Karl Kraus mitteilen würden.
Ihr hochachtungsvoll ergebener
DrKarl Jaray
XIX, Langackerg. 22.
um Karl Kraus zu beweisen, daß in einem
Kreis seiner Hörer der heiße Wunsch lebt, sich zu ihm
zu bekennen um jeden Preis ohne jede Rücksicht auf
persönliche Unbill oder leibliche Gefahr, die auch wir
verachten. Aber nichts, was ich hätte tun können,
schien mir gut genug, nichts seiner Zustimmung oder
nachträglichen Billigung sicher. Und es nicht
wagend, gegen seinen so oft geäußerten Wunsch
seine Ruhe zu stören und ihn um eine Unterredung
zu bitten, habe ich wieder nichts getan und leide
bitter darunter.
Nun werden Sie begreifen, warum mich die
Frage des Verlags der Fackel, die mich am Tag vor
unserem Telephongespräch erreichte, ob ich einer
Veröffentlichung meines Briefes zustimmen würde,
geradezu glücklich machte und wie gern ich diese
Zustimmung gab. Und auch, wie froh mich mitten
in meinem Schmerz über die Herrn Karl Kraus
durch einen Träger meines Namens widerfahrene
Beschimpfung Ihre Mitteilung machte, daß mein
Brief Herrn Karl Kraus erfreut habe.
Mein Wunsch, endlich die Masse der Schweigenden
zu verlassen, ist stärker als je. Nicht Rücksichten
des Berufes, des Besitzes, der Freiheit und Ruhe oder des
Lebens binden mich, nur ganz allein die Sorge,
nicht etwas zu tun, was nicht die Billigung des
Herrn Karl Kraus finden würde. Ich wäre Ihnen
dankbar, sehr geehrter Herr Dr., wenn Sie dies Herrn
Karl Kraus mitteilen würden.
Ihr hochachtungsvoll ergebener
DrKarl Jaray
XIX, Langackerg. 22.