Kienzl, Hermann: Brief an Wilhelm Kienzl. Wilmersdorf bei Berlin, 21.7.1915
je länger je lieber zu haben,
wird mir selbstverständlich
kein Opfer, sondern ein Glück
sein. Ohne daß ich es recht
spüre, - d. h. materiell
spüre - vermehrt sich der
Hausstand; aber in
Baarem erübrigt sich bei
mir nur schwer etwas.
Ich arbeite die Tage u. die
Nächte (Zwangsarbeit!
Nicht frohe, leichte Intuition!),
um zu balancieren.
Es gelingt mir nun hoffentlich,
Mama hieher zu kriegen
u. möglichst lange hier zu
behalten. Würde sie aber,
obwohl ich alles aufbieten
werde, sie von Graz ganz los=
zureißen, doch nicht dauernd