Kienzl, Hermann: Brief an Wilhelm Kienzl. Wilmersdorf bei Berlin, 7.2.1925
2.
wußte, per Radio telegraphiert, ist ja recht
fortschrittlich, nur sollte dabei ein deutlich
aufgeschriebener Wortlaut nicht vor die Hunde
gehen. Statt: „Schreibet auch für uns Tag”
sollte es heißen: „Schreibet Aufführungstag”,
womit ich die etwaige Bestätigung, daß
die Première nicht verschoben sei, erwirken
wollte. Im Augenblick des Telegraphierens
stand das neue Datum der politischen
Versammlung noch nicht fest (seither wurde
zum 13. dM. eingeladen), und ich wollte von
Dir erreichbare Gewißheit über die Première
erlangen, um noch rechtzeitig allenfalls
eine mir passende Anordnung der Versammlung
durchzusetzen. Heute wäre es dazu längst
zu spät (ich hätte mir übrigens von Dir
telegrafieren lassen sollen!), aber glück=
licherweise fiel die Wahl auf den 13. . Sicher
ist freilich, daß nun zwar abermals die
Première, keinesfalls aber die Versammlung,
die den offiziellen und spesenfreien Zweck
meiner Reise bildet, verschoben werden könnte.
So sehr es mich freut, auch Otto
und Ziska in Wien zu treffen, ergiebt sich
aus dieser Deiner Mitteilung für mich die