[handschriftl. Vermerk:] Abschrift
Berlin-Wilmersdorf,Berlinerstr. 10.
31. August 1923.
An die Universum - Film Aktiengesellschaft ,
Berlin.
Sehr geehrter Herr !
Ihre werte Zuschrift vom 27. d.M. mit beigelegter Kopie Ihres an meinen
Bruder Dr. Wilhelm Kienzl (dzt. Bad Aussee,nicht Wien!) gerichteten Briefes über-
raschte mich insofern,als ich zunächst eine Antwort auf mein,mehrere dringende
Angelegenheiten behandelndes,vor einigen Tagen an Sie übersandtes Schreiben er -
wartet hatte; und Ihre Zuschrift die meine mit Stillschweigen übergeht.
Was die in Ihrem Brief an meinen Bruder erörterte Angelegenheit betrifft,
muss ich erklären: ich bin vollkommen überrascht von der Mitteilung,dass sich
mein Bruder beschwerdeführend an die Wiener Gesellschaft der Autoren-Komponisten
und Musikverleger gegen Ihre Benutzung seiner Evangelimann-M[...]
er hat mir von dieser Beschwerde oder von irgendwelchen Bedenken nie [...]
Ich würde - unter gewissen,ziemlich selbstverständlichen Voraussetzungen,an denen
festzuhalten vor allem der Musikverlag Bote und Bock berufen ist - bedauern,wenn
durch Missverständnis eine Verzögerung bei der Vorführung des Films eintreten
sollte.
Ebenso überrascht mich aber Ihre in dem Brief an meinen Bruder enthaltene
Berufung auf ausdrückliche Erklärung,die ich,betreffend die Benutzung der Musik
für den Film,sowohl der Firma Hirschfeld G.m.b.H. als Ihnen abgegeben haben soll.
Auch da scheint ein Missverständnis zu walten. In meinem,übrigens auch von meinem
Bruder unterzeichneten Vertrag mit der Firma Hirschfeld findet sich nichts,was ei-
ne selbständige Bearbeitung der Evangelimann-Musik beträfe. Ebensowenig konnte
ich Ihnen gegenüber mich persönlich oder im Namen meines Bruders mit einer bestimm-
ten Bearbeitung einverstanden erklären; und das schon deshalb nicht,weil mir kein
Ton dieser Bearbeitung je zu Gehör gebracht worden ist.Aber selbst dann,wenn man
sie mir vorgespielt haben würde,hätte ich mich nicht für kompetent gehalten,ein
Berlin-Wilmersdorf,Berlinerstr. 10.
31. August 1923.
An die Universum - Film Aktiengesellschaft ,
Berlin.
Sehr geehrter Herr !
Ihre werte Zuschrift vom 27. d.M. mit beigelegter Kopie Ihres an meinen
Bruder Dr. Wilhelm Kienzl (dzt. Bad Aussee,nicht Wien!) gerichteten Briefes über-
raschte mich insofern,als ich zunächst eine Antwort auf mein,mehrere dringende
Angelegenheiten behandelndes,vor einigen Tagen an Sie übersandtes Schreiben er -
wartet hatte; und Ihre Zuschrift die meine mit Stillschweigen übergeht.
Was die in Ihrem Brief an meinen Bruder erörterte Angelegenheit betrifft,
muss ich erklären: ich bin vollkommen überrascht von der Mitteilung,dass sich
mein Bruder beschwerdeführend an die Wiener Gesellschaft der Autoren-Komponisten
und Musikverleger gegen Ihre Benutzung seiner Evangelimann-M[...]
er hat mir von dieser Beschwerde oder von irgendwelchen Bedenken nie [...]
Ich würde - unter gewissen,ziemlich selbstverständlichen Voraussetzungen,an denen
festzuhalten vor allem der Musikverlag Bote und Bock berufen ist - bedauern,wenn
durch Missverständnis eine Verzögerung bei der Vorführung des Films eintreten
sollte.
Ebenso überrascht mich aber Ihre in dem Brief an meinen Bruder enthaltene
Berufung auf ausdrückliche Erklärung,die ich,betreffend die Benutzung der Musik
für den Film,sowohl der Firma Hirschfeld G.m.b.H. als Ihnen abgegeben haben soll.
Auch da scheint ein Missverständnis zu walten. In meinem,übrigens auch von meinem
Bruder unterzeichneten Vertrag mit der Firma Hirschfeld findet sich nichts,was ei-
ne selbständige Bearbeitung der Evangelimann-Musik beträfe. Ebensowenig konnte
ich Ihnen gegenüber mich persönlich oder im Namen meines Bruders mit einer bestimm-
ten Bearbeitung einverstanden erklären; und das schon deshalb nicht,weil mir kein
Ton dieser Bearbeitung je zu Gehör gebracht worden ist.Aber selbst dann,wenn man
sie mir vorgespielt haben würde,hätte ich mich nicht für kompetent gehalten,ein