Wien, 14. März 1919.
Meine liebe Lili!
Eben kommt Deine liebe, traurige Karte
vom 9. März (abgestempelt am 11. März erst!).
Sie hat mich sehr gerührt; glaube mir's!
Warum soll ich Dir bös' sein? Schütte Dein Herz
nur unbedenklich gegen mich aus! Es ist
ja ganz natürlich, dass Du Dich aussprechen
willst; denn Du bist leider viel allein
u. hängst Deinen einsamen Gedanken nach.
Ich denke, obwohl ich hier mehr abgelenkt
bin, oft u. oft an Dich u. wie schön es wäre,
wenn wir in Frieden zusammen sein könn-
ten in dieser schweren Zeit. Ich begreife auch
vollkommen, dass Du Dich wieder nach
einer geregelten Hausfrauentätigkeit
sehnst, obwohl jetzt eine solche mit viel
Plage u. Sorge verbunden ist. Das wird aber
besser werden, wenn einmal der Friedens-
vertrag abgeschlossen u. die Valutafrage
geordnet ist, so dass die Ernährungs= u.
Teuerungszustände sich gehoben haben.
Meine liebe Lili!
Eben kommt Deine liebe, traurige Karte
vom 9. März (abgestempelt am 11. März erst!).
Sie hat mich sehr gerührt; glaube mir's!
Warum soll ich Dir bös' sein? Schütte Dein Herz
nur unbedenklich gegen mich aus! Es ist
ja ganz natürlich, dass Du Dich aussprechen
willst; denn Du bist leider viel allein
u. hängst Deinen einsamen Gedanken nach.
Ich denke, obwohl ich hier mehr abgelenkt
bin, oft u. oft an Dich u. wie schön es wäre,
wenn wir in Frieden zusammen sein könn-
ten in dieser schweren Zeit. Ich begreife auch
vollkommen, dass Du Dich wieder nach
einer geregelten Hausfrauentätigkeit
sehnst, obwohl jetzt eine solche mit viel
Plage u. Sorge verbunden ist. Das wird aber
besser werden, wenn einmal der Friedens-
vertrag abgeschlossen u. die Valutafrage
geordnet ist, so dass die Ernährungs= u.
Teuerungszustände sich gehoben haben.